Absatzerfolge besonders in Asien und Teilen Europas
Givaudan steigerte Konzerngewinn 2000

Der Schweizer Aroma- und Riechstoffkonzern Givaudan hat die Gewinnerwartungen im Jahr 2000 erfüllt und will in Zukunft vor allem aus eigener Kraft organisch wachsen.

Reuters VERNIER. "Wir haben zwar eine starke finanzielle Basis. Wir versuchen aber durch den Ausbau unseres Kundenportfolios vor allem organisch zu wachsen. Nur in zweiter Linie sehen wir Akquisitionen als Wachstumstreiber", sagte Firmenchef Jürg Witmer am Dienstag in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters. Zuvor hatte der Konzern für 2000 einen Reingewinn von 265 Mill. sfr bekannt gegeben. Für 2001 rechnet Witmer unter Vorbehalt unvorhergesehener Ereignisse mit einem guten Gesamtresultat.

Gegenüber dem Proforma-Gewinn von 232 Mill. sfr in 1999 erzielte das Unternehmen eine Verbesserung von 14 %. Der Nettoumsatz wuchs um sechs Prozent auf 2,356 (Vorjahr 2,231) Mrd. sfr. Der Betriebsgewinn erhöhte sich um zehn Prozent auf 427 (389) Mill. sfr und die EBIT-Marge verbesserte sich auf 18,1 (17,4) Prozent. Die Aktionäre sollen eine Dividende von 6,50 sfr je Aktie erhalten.

Der Pharmakonzern Roche hatte im vergangenen Juli das Armoa- und Riechstoffgeschäft als Givaudan ausgegliedert.

Analysten und Börse reagierten zurückhaltend auf den Ergebnisausweis. Philippe Rohner, Analyst bei Pictet & Cie, zeigte sich positiv überrascht von der Margebverbesserung Givaudans im operativen Geschäft, obwohl die Aufwendungen für Marketing, Vertrieb und Entwicklung um elf Prozent gestiegen sind. Bei der Bank Sarasin hingegen sagte Franz Hossli, dass der Ausblick für das Unternehmen wegen des Preisdrucks in dem hart konkurrenzierten Markt und der unsicheren Entwicklung der Weltwirtschaft bewölkt bleibe.

Aktien geben nach



An der schwächeren Schweizer Börse gaben Givaudan bis 13.gegen 14.00 Uhr MEZ um 0,43 % auf 459,50 sfr nach.

Givaudan teilte weiter mit, in Lokalwährungen gingen die Verkäufe in 2000 leicht um ein Prozent zurück. Während die Region Asien/Pazifik und Teile Europas ein gutes Wachstum zeigten, war das Marktumfeld in Nordamerika und den meisten Ländern Westeuropas schwierig. Konzernchef Witmer sagte, dass Givaudan im Gesamtjahr 2001 ein Wachstum über dem Markt anstrebe. Da der Tätigkeitsbereich des Unternehmens weniger konjunkturabhängig sei, erwartet Witmer auch einen geringeren Einfluss von einer möglichen Wachstumsabschwächung in den USA.

Der Weltmarkt für Arom- und Riechstoffe mit einem Volumen von rund 14 Mrd. sfr wächst um rund zwei bis drei Prozent pro Jahr. Givaudan ist weltweit der zweitgrösste Anbieter nach der US-Firma International Flavors & Fragrances Inc .

Witmer erklärte, Givaudan nehme bei Akquisitionen eine pragmatische Haltung bezüglich sich bietender Gelegenheiten ein. Mit dem deutschen Bayer-Konzern gebe es derzeit keine Gespräche über den Kauf von dessen Aroma- und Riechstoffe- Tochter Haarmann & Reimer. Givaudan verfolge die Entwicklung aber aufmerksam. Für eine Übernahme würden laut Witmer sowohl grössere als auch kleinere Firmen in Betracht gezogen. Die starke Kapitalbasis wolle Givaudan innerhalb der nächsten zwei Jahre "in vernünftige Investitionen umsetzen". Andernfalls wäre zu überlegen, in welcher Form das Kapital den Aktionären zurückgegeben werden könnte.

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