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Absatzrückgang und rote Zahlen bei Oetker-Tochter Brau und Brunnen

Der Dortmunder Getränkekonzern Brau und Brunnen hat im ersten Halbjahr 2004 starke Absatzeinbußen erlitten und rote Zahlen geschrieben. Die Oetker-Tochter erklärte den Rückgang am Freitag mit schlechterem Wetter im Vergleich zum Jahrhundertsommer 2003 und der Konsumflaute in Deutschland.

dpa-afx DORTMUND. Der Dortmunder Getränkekonzern Brau und Brunnen hat im ersten Halbjahr 2004 starke Absatzeinbußen erlitten und rote Zahlen geschrieben. Die Oetker-Tochter erklärte den Rückgang am Freitag mit schlechterem Wetter im Vergleich zum Jahrhundertsommer 2003 und der Konsumflaute in Deutschland.

Der Bierabsatz sackte um 7,7 Prozent auf 3,5 Mill. Hektoliter ab. Der Verlust vergrößerte sich im Jahresvergleich um 2,7 Mill. Euro auf 3,8 Mill. Euro. Darin enthalten war bereits ein Gewinn aus dem Verkauf eigener Aktien in Höhe von 6,6 Mill. Euro.

Knapp 9% Weniger Umsatz

Der Umsatz fiel um 8,9 Prozent auf 318,6 Mill. Euro. Im Geschäftsfeld Bier gingen die Erlöse um 8,1 Prozent auf 267,2 Mill. Euro zurück. Der Verlust lag bei 4,1 Mill. Euro.

Bei den alkoholfreien Getränken (Vita Cola, Spreequell, Sinziger) brach der Absatz um 11,1 Prozent auf 1,9 Mill. Hektoliter ein. Der Umsatz schrumpfte um 12,6 Prozent auf 50,7 Mill. Euro zurück. Der Gewinn lag bei 400 000 Euro. Ende Juni beschäftigte der Konzern rund 3 050 Menschen.

EX-Aktionäre BEI Gutem Bier AUF DEM Laufenden Halten

Bei einer außerordentlichen Hauptversammlung kündigte Brau und Brunnen am Freitag an, nach der Zwangsabfindung von Kleinanlegern ehemalige Aktionäre jährlich zu einer Informationsveranstaltung einzuladen. Die Altaktionäre sollen in den Jahren 2005 bis 2007 "bei einer zünftigen Brotzeit und gutem Bier auf dem Laufenden gehalten werden", sagte Vorstand Albert Christmann vor rund 200 Anteilseignern.

Die Hauptversammlung war einberufen worden, um einen so genannten Squeeze-Out-Beschluss über die Zwangsabfindung der verbliebenen Kleinaktionäre herbeizuführen. Die Oetker-Gruppe will je Aktie 88,51 Euro zahlen und damit 2,13 Euro mehr als zunächst angekündigt. Über seine Tochter RB Brauholding Gmbh hält Oetker mittlerweile rund 96,7 Prozent der Aktien von Brau und Brunnen. Aktionärsvertreter kritisierten die vorgeschlagene Abfindung als möglicherweise zu niedrig und verwiesen auf einen höheren Unternehmenswert.

NUR Dortmund Soll Noch Firmensitz Sein

Neben dem Beschluss über die Übertragung der Aktien auf den Mehrheitseigner sollte außerdem aus Kostengründen per Satzungsänderung Berlin als einer von zwei Sitzen der Gesellschaft aufgegeben werden. Künftig soll nur noch Dortmund Firmensitz sein. Christmann betonte, dass damit keine Nachteile für Kunden oder Mitarbeiter in Berlin verbunden seien. Zum Fortgang des Anfang August für den Dortmunder Konzern angekündigten Sanierungsprogramms und zur aktuellen Lage des Unternehmens äußerte sich Christmann nicht.

Die Oetker-Gruppe hatte den Konzern im Frühjahr mehrheitlich übernommen. Mit der Radeberger Gruppe (Radeberger, Schöfferhofer, Clausthaler) und Brau und Brunnen (Jever, Tucher, Brinkhoffs) ist Oetker seitdem der größte deutsche Bierbrauer.

Squeeze Out bezeichnet das zwangsweise Herausdrängen von Minderheitsaktionären. Gegen Barabfindungen dürfen Großaktionäre, die mindestens 95 Prozent der Stimmrechte an einer Gesellschaft halten, Kleinanleger ausschließen.

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