Absatzsteigerungen bei Grafitelektroden
SGL-Chef deutet starkes erstes Quartal an

Der Vorstandschef des Graphitelektrodenherstellers SGL Carbon, Robert Koehler, hat sich mit dem abgelaufenen ersten Quartal angesichts deutlicher Absatzsteigerungen bei Grafitelektroden sehr zufrieden gezeigt. Auch gab sich Koehler für das zweite Quartal optimistisch.

Reuters WIESBADEN. "Die Volumina im ersten Quartal liegen um rund 20 % über dem vergangenen Jahr und wir erwarten für das zweite ein Rekordquartal mit Preisen, die rund drei bis fünf Prozent über denen von vor einem Jahr liegen - ohne Währungseinflüsse", sagte Koehler am Montag in einem Interview mit Reuters. SGL ist mit einem Marktanteil von rund 30 % Weltmarktführer bei Grafitelektroden, die für die Elektrostahlerzeugung eingesetzt werden. Beim Gewinn vor Zinsen und Steuern werde SGL wie erwartet "ein paar Millionen" Euro mehr erwirtschaften als im Vergleich zu der einen Million des Vorjahresquartals, kündigte Koehler an. Zudem würde SGL einen "erheblichen Cash Flow" ausweisen.

Für Ende dieses Jahres geht SGL von einem Preisanstieg bei Grafitelektroden von rund zehn Prozent aus. "Ende 2003 erwarten wir mindestens um zehn Prozent höhere Preise und wir gehen davon aus, dass wir dieses Jahr voll ausverkauft sind, was ein Volumen von mindestens 180 000 Tonnen bedeuten würde", sagte Koehler. Der SGL-Chef prognostizierte zudem für die Hightech-Sparte SGL Technologies in den kommenden Jahren ein starkes zweistelliges Umsatzwachstum. Pläne für einen Börsengang der Sparte in diesem Jahr hat SGL nicht.

"Der Free Cash Flow sollte positiv sein, was ein gutes Zeichen ist vor dem Hintergrund, dass unser erstes Quartal saisonal das schwächste ist", sagte Koehler zum Auftaktquartal weiter. Der Free Cash Flow sollte dazu dienen, die Nettoverschuldung in diesem Jahr weiter zu reduzieren. Ende 2002 lag die Nettoverschuldung im Konzern bei 427 Mill. ?, das waren 100 Mill. weniger als noch Ende 2001. SGL will konkrete Zahlen zum ersten Quartal am 14. Mai bekannt geben.

Koehler sagte, er könne mit den Analystenschätzungen für den Betriebsgewinn von 60 bis 70 Mill. ? in diesem Jahr weiterhin gut leben. Im Vorjahr verbuchte der Konzern ein Betriebsergebnis von 29 Mill. ?.

Für seine Hightechsparte SGL Technologies,in dem der Konzern unter anderem seine Geschäfte mit Brennstoffzellentechnik, Carbon-Keramik-Bremssscheiben und Carbon-Faser-Komponenten für die Luft- und Raumfahrt angesiedelt hat, erwartet Koehler in den kommenden Jahren starkes Wachstum. "Auf einen Horizont von fünf bis zehn Jahren gesehen sollte SGL Tech Umsätze von 500 bis einer Milliarde Euro generieren und auch ohne Akquisitionen peilen wir ein zweistelliges Wachstum an," kündigte Koehler an. Jan Verdenhalven, Managing Director of SGL Tech, machte klar, dass die Sparte strategische Allianzen eingehen könne, um Carbonfaser-Verbundwerkstoffteile für die Automobilindustrie und andere Anwendungen noch stärker zu entwickeln. SGL betreibt bereits Entwicklungskooperationen mit Porsche und Conti-Teves.

"Bei Carbon-Fasern geben Automobile die meisten Möglichkeiten für langfristiges Wachstum", sagte Verdenhalven. Sicherheit und Benzineinsparung gehörten mit zu den Gründen. Für die Carbon-Bremse erwarte SGL Tech zusätzlich einen großen Kunden in diesem Jahr. "Ein Projekt, das ähnlich, aber vom Volumen bedeutender als die Porsche-Kooperation ist", fügte Verdenhalven hinzu. "Wir sprechen hier über Entwicklungsverträge", ergänzte Koehler. Es brauche zwei bis drei Jahre, um ein neues Bremssystem zu entwickeln. Insgesamt erwartet Verdenhalven für die Sparte im ersten Quartal, dass der Betriebsgewinn um mehr als die Hälfte zugelegt hat. Dazu habe zum Teil ein 30-prozentiger Anstieg der Umsätze im Luftfahrtgeschäft beigetragen. SGL hat in den vergangenen sechs Jahren über 200 Mill. ? in die Sparte investiert und gegenwärtig sind laut Koehler nur rund 30 bis 40 % der Kapazitäten ausgelastet.

Große Akquisitionen schließt der Konzern in naher Zukunft aus. "In den nächsten zwei Jahren werden wir kein Geld für Akquisitionen ausgeben", sagte Koehler. Die Verschuldung werde nicht weiter erhöht. "Das schließt jedoch intelligente Lösungen, wie etwa Joint Ventures unter unserer Führung nicht aus," fügte er hinzu.

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