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Abschied mit Wehmut - Ailton wechselt zu Schalke

Bremen (dpa) - Ailton ist beim deutschen Meister Werder Bremen das Maß aller Dinge gewesen. Kein Spieler hat die Massen so begeistert, so fasziniert, wie der Brasilianer mit der Nummer 32 auf dem Rücken. Sein Markenzeichen sind Tore.

Davon hat er in der Fußball-Bundesliga 28 erzielt. Häufiger als der unangefochtene Torschützenkönig traf zuletzt Karl-Heinz Rummenigge (29) in der Saison 1980/81.

Als der Titel für Werder mit dem 3:1-Sieg bei Rekordmeister FC Bayern München feststand, weinte der Torjäger hemmungslos in den Armen seines Trainers Thomas Schaaf. In diesem Moment wurde Ailton bewusst, was er mit der Bremer Mannschaft geschafft hatte: Anerkennung bei seinen Kollegen und der sportlichen Leitung, Verehrung bei den Fans und der große Rückhalt in der grün-weißen Werder-Familie. «Ailton gut, Werder gut, alles gut», lautet sein Credo. Er verlässt die Bremer mit großer Wehmut.

Ob ihm der Erfolg auch bei seinem neuen Arbeitgeber FC Schalke 04 treu bleibt, ist abzuwarten. Dass Ailton den im Oktober 2003 vollzogenen Wechsel längst bereut, ist aus einigen seiner Aussagen unschwer abzulesen. Wenn der Stürmer damals den Erfolgsweg der Werder-Mannschaft hätte vorhersehen können, wäre er wahrscheinlich an der Weser geblieben. Auch die Bremer Clubführung wäre dank der garantierten Champions League-Millionen inzwischen in der Lage, die Gehaltsvorstellungen des zweifachen Familienvaters zu erfüllen.

Doch Vertrag ist Vertrag. Der Südamerikaner wird nächste Saison für die «Königsblauen» auf Torejagd gehen. Zuvor möchte Ailton, der 1998 für 5,5 Millionen Mark nach Bremen kam und von Ex-Trainer Felix Magath als ein «Millionen-Missverständnis» zunächst sogar auf die Tribüne verbannt wurde, mit Werder noch das Double holen.

Unter Thomas Schaaf entwickelte sich Ailton zu einem Top-Stürmer. In der Liste der erfolgreichsten Werder-Torschützen rückte der Brasilianer mit insgesamt 88 Toren hinter Marco Bode (101), Frank Neubarth und Rudi Völler (je 97) auf Rang vier vor. Lediglich international fanden die Treffer der «Marke Kugelblitz» bisher nicht das erhoffte Echo. Sein Traum, einmal in der brasilianischen Weltmeister-Mannschaft zu spielen, blieb unerfüllt.

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