Abschluss der Quartalssaison
Dax-Ausblick: Zinssenkung ist das Thema

Im Mittelpunkt des Börsengeschehens wird in der kommenden Woche nach Einschätzung von Aktienexperten die von den meisten Analysten erwartete Zinssenkung der Europäischen Zentralbank (EZB) stehen. Sollte die EZB einen kräftigen Zinsschritt scheuen, könne dies den Deutschen Aktienindex (Dax) belasten, sagen Börsianer.

Reuters FRANKFURT. "Am Aktienmarkt wird eine Zinssenkung von 50 Basispunkten gefordert. Wenn das nicht geschieht, geht es in den Keller", sagt Giuseppe Amato, Marktanalyst Lang & Schwarz. An den Märkten wird auf eine kräftige Zinssenkung der EZB am 5. Juni gehofft, da sie nach Einschätzung von Experten helfen könnte, die lahmende Konjunktur anzukurbeln. Durch niedrigere Zinsen können sich die Unternehmen günstiger Kapital für Investitionen beschaffen und so die Wirtschaft beleben.

Daneben blicken die Börsianer auf den SPD-Sonderparteitag am Sonntag, auf dem über die Reformagenda 2010 von Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) abgestimmt werden soll.

Von der Unternehmensseite erwarten die Marktteilnehmer in der kommenden Woche kaum Impulse für die Börsen, da nur der Versicherer Münchener Rück Zahlen für die ersten drei Monate dieses Jahres vorlegt und damit die Quartalssaison der Dax-Unternehmen abschließt.

Volkswirte erwarten EZB-Zinssenkung

Wenn am kommenden Donnerstag der EZB-Rat tagt, wird darüber entschieden, ob und um wie viel die Zinsen im Euroland gesenkt werden. 54 der 57 von Reuters befragten Volkswirte rechnen mit einer Zinssenkung. 35 Analysten erwarten, dass die EZB den jetzigen Leitzins von 2,50 Prozent um 50 Basispunkte senken wird, 18 tippen auf eine Reduzierung von 25 Basispunkten. Zuletzt hatten sich die Hinweise von EZB-Ratsmitgliedern auf eine bevorstehende Lockerung der Geldpolitik gemehrt.

Markus Reinwand, Marktstratege bei Helaba Trust, erwartet ebenfalls eine Zinssenkung: "Eine EZB-Zinssenkung würde die Märkte auf jeden Fall stützen." Aber um ihnen richtig Auftrieb zu geben, müsste es neben der Zinssenkung auch Impulse von der Konjunkturseite geben, fügt er hinzu. So dürfe etwa der für Montag erwartete ISM-Einkaufsmanagerindex für Mai nicht enttäuschen. "Sonst kann es an den Aktienmärkten wieder nach unten gehen", ergänzt Reinwand. Das Konjunkturbarometer des Institute of Supply Management (ISM) wird an den Börsen in der Regel mit Argusaugen beobachtet. Am Mittwoch wird zudem der Einkaufsmanagerindex des nicht verarbeitenden Gewerbes für Mai erwartet.

SPD-Parteitag im Blick

Im Blick haben Marktteilnehmer auch den SPD-Sonderparteitag am kommenden Sonntag. "Der SPD-Sonderparteitag ist wichtig, weil sich entscheiden wird, ob wir strukturelle Veränderungen in Deutschland bekommen oder nicht", sagt der Aktienstratege einer Großbank. Die Analysten von WestLB Panmure halten die Agenda 2010, über die die SPD am Sonntag abstimmen will, zwar "nicht für den wirklich großen Wurf", wie sie in einer Kurzstudie schreiben. Aber sie können sich vorstellen, "dass sie ein erster großer Meilenstein auf dem Weg in eine bessere ökonomische Zukunft Deutschlands sein könnte." Die in der Agenda 2010 vorgesehenen sozialen Einschnitte stoßen in Teilen der SPD auf Kritik. Bundeskanzler Schröder will mit den Reformen die Wirtschaft ankurbeln.

Den Abschluss der Quartalssaison der 30 Dax-Unternehmen macht voraussichtlich am kommenden Montag die Münchener Rück mit den Zahlen für die ersten drei Monate dieses Jahres. Von Reuters befragte Analysten rechnen für das erste Quartal im Durchschnitt mit einem Verlust nach Steuern von 114 Mill. ?.

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