Abschluss der Verhandlungen zum vierten Quartal geplant
Deutsche Bank will Wertpapierdienst verkaufen

Die Deutsche Bank AG hat mit der State Street Corporation exklusive Verhandlungen mit dem Ziel des Verkaufs wesentlicher Teile ihres Geschäftsbereichs Wertpapierdienst aufgenommen.

Reuters FRANKFURT. Die geplante Veräußerung betreffe die Bereiche Global Custody, Global Fund Services, Globale Wertpapierleihe und Globale Performance Messung, teilte die Bank am Mittwoch mit. Hinzu kämen die Wertpapierverwahrung und-abwicklung in den USA und Großbritannien. Die Gespräche sollen im Laufe des vierten Quartals 2002 abgeschlossen werden. Nicht Teil der Verhandlungen sei dagegen das inländische Wertpapierverwahrgeschäft in Kontinentaleuropa, Asien und Lateinamerika.

Die Deutsche Bank prüfe auch Optionen für den Bereich Passives Asset-Management und mache dabei gute Fortschritte, hieß es weiter. Die beiden geplanten Verkäufe seien weitere Schritte in der erklärten Strategie der Bank, sich auf Kerngeschäftsfelder zu fokussieren. Der Verkauf der Sparten wird von Analysten bereits seit einiger Zeit erwartet.

Konrad Becker, Analyst bei Merck Finck & Co in München, sagte, es sei noch zu früh, um das Geschäft zu beurteilen, da noch keine Zahlen genannt worden seien. Es sei aber erwähnenswert, dass es bei den Verhandlungen mit State Street nur um einen Teil der Aktivitäten gehe. Seiner Einschätzung nach geht es etwa um die Hälfte des Gesamtvolumens. Dies werde sich notwendigerweise im Verkaufspreis niederschlagen. Es bleibe abzuwarten, ob und gegebenenfalls an wen die Deutsche Bank das inländische Verwahrgeschäft in Kontinentaleuropa, Asien und Lateinamerika verkaufen könne.

Konzentration auf Kerngeschäft

Bereits am Montag hatte die Deutsche Bank bekannt gegeben, ihr US-Geschäft für Lager- und Absatzfinanzierung an Vendor Financial Services, eine Tochter von GE Commercial Finance, zu verkaufen. Inklusive der Ablösung von Verbindlichkeiten erhält die Bank nach eigenen Angaben für diese Aktivitäten der Deutsche Financial Services (DFS) rund 2,9 Milliarden Dollar.

Der Vorstandschef der Deutschen Bank, Josef Ackermann, forciert seit seinem Amtsantritt den Verkauf von Geschäftsfeldern, die nicht zum Kerngeschäft gehören. Die so gewonnenen Mittel will die Bank in ihr Kerngeschäft investieren und die Erträge in den verbleibenden Bereichen damit verbessern. So will das Institut unter anderem im Privatkundengeschäft zulegen und dort zum US-Rivalen Citigroup aufschließen. Dieses neu geordnete Geschäftsfeld Private & Business Clients soll im Jahr 2004 ein operatives Ergebnis von einer Milliarde Euro erwirtschaften.

Die Aktie der Deutschen Bank verlor im frühen Handel in einem insgesamt schwachen Markt rund vier Prozent auf 56,73 Euro.

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