Abschluss nicht mehr in dieser Woche
Verkauf des Fernsehkabelnetzes der Telekom verzögert sich

Der Verkauf des größten Teils des Fernsehkabelnetzes der Deutschen Telekom AG an den US- Konzern Liberty Media verzögert sich weiter. Der Vertrag wird voraussichtlich nicht mehr in dieser Woche unterzeichnet. Das erfuhr das Handelsblatt aus Kreisen beider Unternehmen.

BERLIN. Liberty hatte den Abschluss bis zum Ende der Woche angekündigt, nachdem das Handelsblatt über neue Bedingungen von Liberty-Präsident John Malone an die Telekom berichtet hatte.

Während es bei Liberty heißt, die Verzögerung sei technischer Natur und der Vertrag werde in den nächsten acht Tagen unterzeichnet, heißt es in Telekom-Kreisen, dass Malone mit neuen Forderungen den Kauf verzögere. "Wir haben den Eindruck, dass Malone wegen der Kursverluste der Telekom denkt, er könne die Bedingungen diktieren", hieß es. Die Telekom sei aber keineswegs auf Liberty angewiesen. Die Telekom werde sich vielmehr anderen Interessenten zuwenden, wenn Malone weiter versuche, von den erzielten Einigungen abzurücken.

Die Telekom will Einnahmen von fünf Mrd. Euro aus Kabelverkäufen zum Schuldenabbau verwenden. Weil die viermonatige kartellrechtliche Prüfung des Deals ohnehin nicht mehr in diesem Jahr abgeschlossen werden kann, sieht der am Dienstag veröffentlichte neue Schuldenplan diese Einnahmen jetzt für 2002 vor.

Nach eigenen Aussagen steht das Finanzmakler-Unternehmen Compere in London bereit, das Fernsehkabelnetz zu kaufen. "Wir kennen die Telekom-Kabel und könnten schnell zu einem Ergebnis kommen", sagte Compere-Partner Tom Crema dem Handelsblatt. Crema hatte ein Angebot für einzelne Kabel-Regionen ausgearbeitet, bevor sich die Telekom im Februar für Liberty entschied.

Liberty steht den Angaben zufolge definitiv zu dem Kauf. Am kommenden Montag werde bereits ein Team von Liberty bei der Telekom in Bonn Räume beziehen, hieß es.

Donata Riedel ist Handelsblatt-Korrespondentin in Berlin.
Donata Riedel
Handelsblatt / Korrespondentin
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