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Abschlussdurchsicht der Wirtschaftsprüferkammer zeigt Wirkung

Die jährliche Durchsicht der von Wirtschaftsprüfern testierten Abschlüsse ...

Die jährliche Durchsicht der von Wirtschaftsprüfern testierten Abschlüsse deutscher Unternehmen durch die Wirtschaftsprüferkammer (WPK) zeigt für das Berichtsjahr 2002 für IAS- und US-GAAP-Abschlüsse nach einer Pressemitteilung der Kammer eine erhebliche Reduzierung der festgestellten Beanstandungen. Die Durchsicht der bei den Amtsgerichten hinterlegten Bestätigungsvermerke habe allerdings eine Erhöhung der Beanstandungen ergeben.
Die im Vorjahresbericht geäußerte Einschätzung der WPK, dass die Praxis sich schnell auf die veränderte Rechtslage einstellen werde, habe sich demnach im Bereich der nach IAS und US-GAAP aufgestellten Konzernabschlüsse bestätigt.
Soweit im Berichtsjahr ein Anstieg der Beanstandungen gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen war, gehe dies auf die Durchsicht der bei den Registergerichten eingereichten Bestätigungsvermerke zurück. Infolge von Gesetzesänderungen (KapCoRiLiG) zu den Prüfungs- und Offenlegungspflichten hätten wesentlich mehr Unternehmen ihre Abschlüsse in Verbindung mit dem Testat des Abschlussprüfers bei den Amtsgerichten hinterlegt.
Viele Wirtschaftsprüferpraxen seien auf diese Weise erstmals in die Durchsicht einbezogen worden. Es sei zu erwarten, dass die Hinweise der WPK auch in diesem Bereich künftig zu weniger Beanstandungen führen werden.
Es wurden 16 950 Bestätigungsvermerke und 7 732 Abschlüsse durchgesehen. In nur 47 Fällen bestehe der Verdacht auf Berufspflichtverletzungen von Abschlussprüfern, mit denen sich der Vorstand der WPK zu befassen hat.
Insgesamt sei das Ergebnis der Abschlussdurchsicht im Hinblick auf die Vielzahl der überprüften Unterlagen als repräsentativ anzusehen. Es belege, dass Wirtschafsprüfer - von wenigen Ausnahmen abgesehen - den Erwartungen der Öffentlichkeit gerecht werden.
Alljährlich sichtet die WPK die von ihren Mitgliedern geprüften Jahres- und Konzernabschlüsse sowie Rechenschaftsberichte der Kapitalanlagegesellschaften und politischer Parteien. Als Quellen stehen dabei der Bundesanzeiger, bei den Amtsgerichten eingereichte Abschlussunterlagen, Bundestags-Drucksachen sowie bei Abschlüssen von Unternehmen des Neuen Markts das Internet zur Verfügung. Dementsprechend kann die Durchsicht nur die formelle Richtigkeit von Abschlüssen überprüfen.
Diese Überprüfung der öffentlich zugänglichen Prüfungsleistungen ist Teil der allgemeinen Fachaufsicht durch die WPK und erfolgt parallel zu den nach den §§ 57a ff. WPO stattfindenden Qualitätskontrollen. Während beim Qualitätskontrollverfahren die Erteilung einer Teilnahmebescheinigung zur Durchführung von Abschlussprüfungen im Vordergrund steht, kann die Abschlussdurchsicht bei der Feststellung von Fehlern des Abschlussprüfers zur Einleitung eines Berufsaufsichtsverfahrens führen. Beiden berufsständischen Maßnahmen ist jedoch gemeinsam, dass sie die Gewährleistung einer hohen Qualität der Prüfungsleistungen zum Ziel haben und insbesondere proaktiv wirken sollen.

Quelle: DER BETRIEB, 22.10.2003

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