Abschreibungen der Zukäufe und UMTS-Kosten belasten das Ergebnis
Telekom-Gewinne sind lange nicht in Sicht

Für die Deutsche Telekom AG, Bonn, wird es auch in den kommenden Quartalen schwierig, schwarze Zahlen zu schreiben. Die Zukäufe der vergangenen anderthalb Jahre - von dem britischen Mobilfunkanbieter One-2-One über das Debis Systemhaus und vor allem den US-Mobilfunker Voicestream - belasten das Ergebnis über Jahre hinaus mit hohen Goodwill-Abschreibungen.

dri/slo BERLIN/DÜSSELDORF. Pro Quartal muss die Telekom dafür 800 Mill. Euro in ihren deutschen Abschluss einrechnen. Hinzu kommen weitere 300 Mill. Euro für Zinsen und Abschreibungen für UMTS-Lizenzkosten in Deutschland und Großbritannien.

Doch selbst ohne diesen durchlaufenden Verlustposten schreibt die Telekom zur Zeit rote Zahlen: Den Konzernüberschuss von 1,6 Mrd. Euro erreichte sie nur durch Sondereinnahmen aus den Verkäufen ihrer Sprint-Aktien. Analysten kritisierten daher auch die Darstellung des Konzernergebnisses und bemängelten die notwenige "Kaffesatzleserei". "Die Telekom hat einfach alle schlechten Nachrichten weggelassen und nur die positiven Sondereffekte genannt", sagte Robert Vinall von der DG Bank. "Was unter dem Strich herauskommt, musste man sich schon selbst ausrechnen." Das sorge nicht gerade für Transparenz.

Positiv werteten Analysten, dass die Telekom ihre Schulden im dritten Quartal abgebaut hat. Sie sanken erwartungsgemäß von 71 Mrd. Euro auf 65,2 Mrd. Euro.

Im Mobilfunk hat die Telekom nach eigenen Angaben die Ertragskraft weiter gesteigert. Der Verlustbringer des vergangenen Jahres verdoppelte sein Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) auf 2,2 Mrd. Euro. Im dritten Quartal gewann die Telekom in Deutschland und in Großbritannien je 500 000 neue Mobilfunkkunden. In Deutschland bei T-Mobil mit jetzt 22,6 Millionen Kunden hat sich das Wachstum allerdings verlangsamt: Im ersten Halbjahr hatte die Telekom noch drei Millionen Kunden hinzu gewonnen. Bei den Konkurrenten ist die Wachstumsrate offenbar noch stärker gesunken: Laut Telekom sicherte sich T-Mobil 75 % der Neukunden in Deutschland im dritten Quartal und baute so die Marktführerschaft gegenüber D2 Vodafone weiter aus.

Allerdings setzt das Unternehmen jetzt stärker auf Vertragskunden, die erfahrungsgemäß mehr telefonieren, als die sogenannten Prepaid-Kunden: 61 % der Neukunden von T-Mobil unterschrieben einen zweijährigen Vertrag. Im vergangenen Jahr waren zeitweise bis zu 80 % der Neukunden Prepaid-Kunden. "Alle Ergebnisse zeigen, dass wir uns konsequent und mit Erfolg auf die hochwertigen Kunden-Segmente und die Steigerung der Profitabilität fokussieren", sagte T-Mobile-Chef Kai-Uwe Ricke. Weltweit kommt die Telekom jetzt auf 62 Millionen Mobilfunkkunden.  

Die Tochter T-Online steigerte ebenfalls die Kundenzahl. Seit Jahresbeginn kamen fast zwei Millionen hinzu. Damit nutzen jetzt 9,8 Millionen Menschen den Onlinedienst als Zugang zum Internet. Viele Kunden wollen zudem einen Hochgeschwindigkeits-Anschluss fürs Surfen im Internet. 1,4 Millionen Kunden haben inzwischen einen entsprechenden DSL-Anschluss.

Der Konzern hat eigenen Angaben zufolge seine selbstgesteckten Ziele auch im dritten Quartal erreicht. Telekom-Chef Ron Sommer hatte angekündigt, Umsatz und Ebitda-Gewinn in diesem Jahr um einen zweistelligen Prozentsatz gegenüber dem Vorjahr steigern zu wollen. Der Umsatz ist nach Telekom-Angaben in den ersten neun Monaten um 20 % auf 35 Mrd. Euro gestiegen. Das Ebitda sei ebenfalls zweistellig gewachsen, heißt es in der Ad-hoc-Mitteilung. Zahlen nannte die Telekom dazu allerdings nicht. Die vollständige Neun-Monats-Bilanz will das Unternehmen am 28. November veröffentlichen.

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