Abschwächung nur kurzfristig
China lässt deutschen Maschinenbau hoffen

Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) hat die Region Asien/Pazifik unter die Lupe genommen. Tenor: Die beachtlichen Exportzuwächse, von denen die Maschinenbauer im Jahr 2000 in der Region profitierten, können im laufenden Jahr kaum gehalten werden.

PEKING. Die deutschen Maschinenausfuhren nach Ostasien, die im vergangenen Jahr um über 30 % zulegten, sind seit Jahresbeginn wegen der Flaute in den USA und Japan ins Stocken geraten. Der VDMA fürchtet nun, dass der Aufwärtstrend kippt. Doch mittel- und langfristige Prognosen für die Region Japan, Südkorea, Malaysia, Thailand, Indonesien, Pakistan und Bangladesch revidiert der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau nicht: "Asien bleibt mit seinem enormen Entwicklungspotenzial von vitaler Bedeutung für die deutsche Investitionsgüterindustrie", heißt es in der Studie.

Besonderes Augenmerk auf das Reich der Mitte

Besonderes Augenmerk richtet der Verband, dessen Unternehmen allein in China, Japan, Taiwan und Korea im vergangenen Jahr über 12,2 Mrd. DM umsetzten, auf das Reich der Mitte. China ist für die deutschen Maschinenbauer mit deutlichem Vorsprung vor Japan in Asien zum wichtigsten Absatzmarkt aufgestiegen. Für die nächsten Jahre werden noch bessere Perspektiven in China erwartet.

Der VDMA sieht vom WTO-Beitritt des Landes Anfang 2002 zusätzliche Impulse auf Investitionsgüter ausgehen und erwartet, dass stärkere Exporte, bessere Produkte sowie der Ausbau der Infrastruktur die Maschinennachfrage kräftig ankurbeln werden. Der VDMA sieht China wegen der geringeren Exportlastigkeit vergleichsweise gut gegen die Flaute im Welthandel gewappnet.

Überdurchschnittliches Wachstum erwartet

Die deutschen Maschinenlieferungen nach China, im Vorjahr knapp 5 Mrd. DM, legten im ersten Halbjahr 2001 um 58 % weiter zu. Maschinen für die Textilindustrie, Holzbearbeiter, den Bergbau und Fördertechnik verzeichnen besonders starke Zuwächse von 130 % und mehr. Während Chinas Textilbranche ein schwieriges Jahr erlebe, stiegen trotz hoher Zölle die Einfuhren von Druckmaschinen zuletzt um mehr als das Doppelte. China soll bis 2010 größter Papierverbraucher auf dem Planeten sein. Der VDMA erwartet daher in dem Segment überdurchschnittliches Wachstum. Deutsche Lieferanten schneiden in China gegen internationale Konkurrenten aus den USA, Japan und anderen Ländern vor allem bei Lufttechnik, Werkzeugmaschinen, Bau- und Baustoffmaschinen sowie bei Kraftmaschinen erfolgreich ab.

Im innerasiatischen Standortvergleich sieht der VDMA für Hongkong einen Ausbau der Position als Distributionszentrum. Taiwan muss sich demnach auf einen verschärften Produktionswettbewerb mit dem Festland einstellen. In Taiwan setzten deutsche Maschinenbauer im vergangenen Jahr über 2,2 Mrd. DM um, verbuchten aber bereits einen Rückgang der Lieferungen. Positiver ist der VDMA gegenüber Südkorea eingestellt. Das Land habe mehr Lehren aus der asiatischen Finanzkrise gezogen, seine Auslandsschulden verringert und das Finanzsystem gründlicher als andere Länder in der Region reformiert. Japan dagegen, mit knapp 2,9 Mrd. DM Lieferumfang und einer Steigerung von über 30 % zweitgrößter Markt in Asien, wird vom VDMA deutlich zurückhaltender eingestuft. "Von durchgreifenden Erfolgen einer Strukturreform ist Japan noch weit entfernt."

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