Absichtserklärung unterzeichnet
Siemens bietet Mobiltelefone erstmals auf dem US-Markt an

Der neu gegründete Mobilfunkbetreiber Cingular Wireless werde als erster Anbieter von März an das Dreiband-Handy S40 von Siemens in den USA vermarkten, teilte das Unternehmen mit.

Reuters LAS VEGAS/MÜNCHEN. Der Münchener Technologiekonzern Siemens will seine Mobiltelefone von März an erstmals auch auf dem amerikanischen Markt anbieten. Der neu gegründete Mobilfunkbetreiber Cingular Wireless werde als erster Anbieter das Dreiband-Handy S40 von Siemens vermarkten, teilten beide Unternehmen am Dienstag in Las Vegas mit. Eine Absichtserklärung darüber wurde nach Angaben von Siemens am Montagabend (Ortszeit) unterzeichnet. Die Kooperation sei der erste Schritt zur Umsetzung der neuen USA-Strategie, teilte Siemens weiter mit. Weitere Abschlüsse mit anderen Mobilfunk- Gesellschaften würden folgen.

Cingular Wireless ist ein Gemeinschaftsunternehmen der amerikanischen Telefongesellschaften BellSouth und SBC Communications und hat nach den Angaben mehr als 19 Mill. Kunden. BellSouth hatte angekündigt, von dem in den USA gängigen CDMA-Standard auf den in Europa am weitesten verbreiteten GSM-Standard umzustellen. Dreiband-Handys decken die beiden Frequenzbereiche von 900 und 1800 Megahertz ab, die in Europa und Asien genutzt werden, aber auch den in den USA genutzten Standard von 1900 Hertz.

Nokia-Zahlen beeinflussen die eigenen Prognosen nicht

Das WAP-fähige Siemens S40 erlaubt nach Siemens-Angaben eine Sprechzeit von rund sechs Stunden und läuft fast elf Tage im Stand-by-Betrieb, ohne dass die Batterie neu aufgeladen werden muss.

Siemens erklärte am Dienstag, auch nach den schwächer als erwartet ausgefallenen Absatzzahlen des finnischen Konkurrenten Nokia seine eigenen Schätzungen für den Handy-Absatz nicht revidieren zu wollen. "Es gibt keinen Grund, von unserer Prognose abzuweichen", sagte Siemens-Sprecher Peter Gottal auf Anfrage. "Wir sind optimistisch, dass wir unseren Handy-Absatz im Geschäftsjahr 2000/01 (30. September) erneut mindestens verdoppeln." 1999/2000 hatte Siemens 24 (elf) Mill. Handys verkauft, das waren mehr als doppelt so viele wie ein Jahr zuvor. Allein im November 2000 waren im Vorweihnachtsgeschäft vier Mill. Mobiltelefone abgesetzt worden.

Nokia hatte zuvor mitgeteilt, im vergangenen Jahr etwa 128 Mill. Handys und damit 64 % mehr als vor Jahresfrist abgesetzt zu haben. Analysten hatten indes einen Zuwachs auf bis zu 140 Mill. Handys erwartet. Den Weltabsatz in der Branche schätzt das Unternehmen auf 405 Mill. Stück. Dagegen war das US-Marktforschungsunternehmen Dataquest in der vergangenen Woche von 418 Mill. Handys aus. Der Nokia-Kurs gab daraufhin rund 17 % nach. Die Siemens-Aktie gehörte mit einem Plus von 0,6 % dagegen zu den Gewinnern.

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