Abstiegskampf spannender als Titelrennen: Toppmöller erhält letzte Chance

Abstiegskampf spannender als Titelrennen
Toppmöller erhält letzte Chance

Der Abstiegskampf in der Fußball-Bundesliga ist momentan aufregender und spannender als der vermeintliche Titel- Alleingang des FC Bayern München. Hauptakteur im Drama des 20. Spieltags war Bayer Leverkusens Trainer Klaus Toppmöller, dessen Ablösung nach dem 1:2 beim VfL Bochum beschlossene Sache schien.

HB/dpa DÜSSELDORF. Angesichts der unglücklichen Niederlage und der in dieser Saison so noch nicht gezeigten Willenskraft der Bayer-Profis erhält der 51- Jährige eine letzte Chance. "Er wird gegen Rostock auf der Bank sitzen", beendete Bayer-Manager Reiner Calmund die Ablösungs- Spekulationen zumindest für eine Woche.

Die Bayern vergrößerten trotz des 1:1 am Sonntag gegen den Hamburger SV ihren Vorsprung auf Titelverteidiger Borussia Dortmund auf acht Punkte. Der BVB büßte durch das 0:1 beim VfB Stuttgart an Boden ein und verlor Torjäger Marcio Amoroso mit Gelb-Rot. Die Schwaben sind als neuer Dritter mit Dortmund bereits gleichauf. Bayern-Keeper Oliver Kahn ist schon 803 Minuten ohne Bundesliga- Gegentor und überbot damit seinen eigenen Rekord (713). In letzter Sekunde glich Naohiro Takahara für den HSV aus.

Wie die Mechanismen der Branche bei Erfolg und Misserfolg funktionieren, erfahren außer Toppmöller derzeit auch die Trainer der anderen "Keller-Kinder". Beim VfL Wolfsburg stieg mit dem 2:0 gegen Arminia Bielefeld die Wahrscheinlichkeit, dass Wolfgang Wolf am Ende der Saison regulär aufhört. "Ich bin inzwischen gewohnt, in der Schusslinie zu stehen", meinte Wolf gelassen.

Beendet ist mit dem 4:2 gegen den 1. FC Nürnberg vorläufig auch die Diskussion um Hannover 96-Trainer Ralf Rangnick. Im Mittelpunkt des Sieges stand Mohammadou Idrissou, der mit seinem Hattrick binnen 15 Minuten die Grundlage für den zweiten Heimsieg der Niedersachsen hintereinander legte. Dagegen dürfte das Fundament der Zuneigung für Nürnbergs Chefcoach Klaus Augenthaler nach drei punktlosen Rückrunden-Spielen bröckeln. "Sicher ist nichts", weiß Augenthaler.

In Sicherheit wiegt sich auch Erik Gerets beim Krisen geschüttelten 1. FC Kaiserslautern nach dem 2:0 gegen den Abstiegs-Rivalen Borussia Mönchengladbach nicht. "Ich kann mich nur darüber freuen, dass wir gewonnen haben, obwohl wir schlecht gespielt haben", kommentierte Gerets und warnte: "Diese Leistung reicht nicht aus, um im Abstiegskampf zu bestehen." Schließlich ist der Platztausch mit Energie Cottbus, das wieder Schlusslicht ist, bei Punktgleichheit noch kein großer Fortschritt.

Nach zwei Siegen trat Cottbus beim torlosen Remis gegen Ost- Konkurrent Hansa Rostock auf der Stelle. "Wir müssen mit dem Punkt zufrieden sein. Rostock hatte in der zweiten Halbzeit die besseren Möglichkeiten", zeigte sich Energie-Coach Eduard Geyer am Ende sogar etwas erleichtert. Auch wenn es nicht aufwärts ging, bleibt Cottbus- Präsident Dieter Krein, der an Geyer festhält, Optimist: "Auch in der nächsten Saison sind wir noch dabei."

Wer im UEFA-Cup dabei sein wird, ist längst nicht entschieden. Hertha BSC öffnete die Tür zum internationalen Geschäft nach dem 4:2 gegen Schalke 04 wieder. "Das ist der erste Schritt, nicht mehr", weiß Trainer Huub Stevens. Die Intimkenntnisse über seinen ehemaligen Club mögen ihm geholfen haben, den "Königsblauen" die erste Auswärtsniederlage seit dem 19. Oktober 2002 zuzufügen. Bedient war Stevens-Nachfolger Frank Neubarth nach der unkonzentrierten Vorstellung seiner Profis: "So kannst du auswärts nicht gewinnen."

Nicht der Trainer, sondern der Torwart stand bei der 1:2- Niederlage von Bayern-Verfolger Werder Bremen gegen 1860 München im Kreuzfeuer der Kritik. Bei beiden Gegentreffer machte Pascal Borel keine gute Figur - nicht zum ersten Mal in der Saison. "Es gibt zwar keinen Freibrief für ihn, doch ich halte Pascal für einen guten Torwart", nahm Werder-Sportdirektor Klaus Allofs Borel in Schutz. Die Münchner freuten sich über die gelungene Revanche für den Pokal-K.o. drei Tage zuvor, waren aber nicht ganz zufrieden mit der Bilanz des Bremen-Doppels. "Ich wäre lieber im Pokal weitergekommen und hätte heute dafür die Punkte in Bremen gelassen", meinte "Löwen"-Präsident Karl-Heinz Wildmoser.

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