Abstimmung am 12. April
IOC-Präsident freut sich über deutschen Enthusiasmus

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) ist im Hinblick auf die deutsche Olympia-Bewerbung 2012 nach den Worten seines Präsidenten Jacques Rogge "glücklich über den Enthusiasmus, über die positive Unterstützung all der Städte".

dpa BERLIN. Dies sei sehr wichtig, um die Werte des Sports in Deutschland hochzuhalten. Zugleich bemängelte er in einem Interview mit inforadio Berlin- Brandenburg am Dienstag den großen Aufwand der Bewerberstädte: "Wir hätten gern eine Situation, wo nicht so viel Geld ausgegeben würde." Der deutsche Kandidat und der Segelort für 2012 werden bei der außerordentlichen Mitgliederversammlung des Nationalen Olympischen Komitee (NOK) am 12. April in München gewählt.

Zu den Stärken einer deutschen Bewerbung sagte der IOC-Prsädident: "Sie sind ein reiches Land, Sie sind ein politisch stabiles Land, Sie haben viel Erfahrung mit dem Sport, Sie haben bewiesen, dass Sie solche Großereignisse organisieren können." Dass Deutschland nicht mit Berlin antritt, sieht der Belgier offensichtlich nicht so problematisch: "Wir haben nichts dagegen, wenn sich auch Nicht- Hauptstädte bewerben." Allerdings schließe beispielsweise das benötigte Unterkunftsaufkommen von vornherein eine ganze Reihe von Städten aus.

Zu Reibereien zwischen den deutschen Bewerberstädten sagte Rogge: "Wir haben von Spannungen gehört, aber ich glaube, das ist ganz unvermeidlich." Der Auswahl- und Bewerbungsvorgang werde von der Ethik-Kommission des IOC überprüft, sobald eine deutsche Stadt gewählt sei.

Hamburg geht als Favorit in das Rennen

Die Spannungen zwischen den Kandidaten Düsseldorf, Frankfurt/Main, Hamburg, Leipzig und Stuttgart wurden auch am Montagabend in Berlin bei einer Veranstaltung des Verbandes Deutscher Sportjournalisten (VDS) deutlich. Im Mittelpunkt der Streitigkeiten steht der Mitte März veröffentlichte Prüfungsbericht des NOK. "Am 12. April geht es nicht nach der Evaluierung, da wird abgestimmt", sagte Frankfurts Olympia-Chef Heinz-Jürgen Weiss. Hamburgs Olympia-Beauftragter Henning Voscherau meinte: "Die Argumente entscheiden nur indirekt." Hamburg hatte die besten Vornoten erhalten.

"Alle sind wählbar, wir sind nah beieinander. Ich muss mich dagegen wehren, dass das NOK dann ein Problem hat, wenn jemand von fünf nach vorn geht", sagte Raimund Gründler, der Chef der Stuttgart 2012 GmbH. Stuttgart hatte bei der Bewertung durch das NOK am schlechtesten abgeschnitten.

In der nationalen und internationalen Presse sei Hamburg seit Wochen die Nummer eins. Es werde schwer zu vermitteln sein, wenn dieses Ergebnis nicht respektiert werden sollte, urteilte der als Experte geladene Nikolaus Fuchs, während der gescheiterten Berliner Olympia-Kandidatur für 2000 an der Spitze der dortigen Marketing GmbH.

Heiteres Deutschland in Aufbruchstimmung

Die Fachverbände würden auf die Nachnutzung achten, argumentierte Düsseldorfs Oberbürgermeister Joachim Erwin und widersprach Fuchs. Dieser hatte auf die Bekanntheit des deutschen Siegers als wichtiges Kriterium für die Abstimmung im IOC hingewiesen. "Wer nominiert wird, ist sofort bekannt in der Welt. Es wird eine Entscheidung für oder gegen Deutschland", sagte Erwin.

"Wir sind nicht die Beliebtesten in der Welt. Wir werden mit Antlitz und Herzblut ein stimmungsvolles, heiteres Deutschland in Aufbruchstimmung darzustellen haben", sagte Leipzigs Olympia- Beauftragter Burkhard Jung. Für Deutschland sei Olympia wichtig als Hoffnung. Es könne damit der Ruck durch das Land gehen, den Alt- Bundespräsident Roman Herzog einst gefordert habe. Voscherau sah es ähnlich: "Seit zehn Jahren redet die Welt von der deutschen Krankheit. Das muss aufhören."

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%