Abstimmung in Frankfurt wie geplant
Deutsche Börse hält an iX-Fahrplan fest

Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Börse, Werner Seifert, und Aufsichtsratchef Rolf Breuer glauben an einen erfolgreichen Start der deutsch-britischen Gemeinschaftsbörse. Auch der Präsident der Landeszentralbank Hessen, Hans Reckers, zeigte sich heute optimistisch, sagte aber, möglicherweise werde sich die Fusion "etwas verzögern".

ddp/dpa-afx/rtr FRANKFURT/SAARBRÜCKEN. Die Deutsche Börse in Frankfurt will an ihrem Fahrplan zur geplanten Fusion mit der Londoner Börse (LSE) zum Superfinanzplatz iX festhalten. Dies bekräftigten der Vorstandsvorsitzende Werner Seifert und Aufsichtsratschef Rolf Breuer am Mittwoch anlässlich einer Einweihungsfeier der Börse in Frankfurt. Seifert sagte, er habe das Übernahmeangebot für die LSE durch die schwedische OM-Gruppen zwar mit Bedauern aufgenommen. Die Gründung der Fusionsbörse iX sei aber für Aktionäre, Marktteilnehmer und die beiden Finanzplätze weiter die beste Lösung. Nach Einschätzung von Breuer ist es verfrüht über ein Gegenangebot für die LSE zu sprechen. Der Aufsichtsratschef der OM-Gruppen hält dagegen das Fusionskonzept nicht für überlebensfähig.

Seifert sagte, auf der Basis der bisherigen Entwicklung gebe es keine Veranlassung, vom verabredeten Prozedere über die Fusion abzuweichen. Die Deutsche Börse AG hat für den 14. September eine Hauptversammlung einberufen, auf der über die Fusion abgestimmt werden soll. Die zeitgleich geplante Eigentümer-Versammlung der LSE wurde am Dienstag nach dem Übernahmeangebot der OM Gruppen verschoben. Breuer sagte, er sehe keinen Anlass für die Deutsche Börse diesem Beispiel zu folgen. Er halte das Angebot der schwedischen OM Gruppen für die LSE nicht für sonderlich attraktiv, sagte Breuer. Die Fusion der beiden Börsen zur IX sei nicht gefährdet.

Die Aktionäre der Frankfurter Börse sollen am 14. September über das Fusionsvorhaben abstimmen.

Dieser Termin war ursprünglich auch von der LSE vorgesehen. Nach dem feindlichen Übernahmeangebot durch den schwedischen Finanzmarktbetreiber OM Gruppen hatte London die Abstimmung jedoch verschoben. Seifert verteidigte erneut den geplanten Zusammenschluss. "iX-international exchanges ist für Aktionäre, Marktteilnehmer und Finanzplätze in London und Frankfurt das richtige Konzept", versicherte er.

Auch der Präsident der Hessischen Landeszentralbank, Hans Reckers, erwartet trotz des Übernahmeangebots eine Fusion der Handelsplätze in London und Frankfurt. Der geplante Zusammenschluss zu iX werde sich aber etwas verzögern, sagte Reckers am Mittwoch im Saarländischen Rundfunk.

Nach der Fusion würden beide Börsen zu gleichen Teilen kapitalmäßig und im Vorstand vertreten sein. "Ich glaube, dass es gelingt, die Gleichberechtigung auch durchzuhalten", sagte Reckers. Die zersplitterte Börsenlandschaft in Europa müsse internationalisiert werden.



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