Abstimmung mit der mazedonischen Regierung steht noch aus
NATO-"Füchse" sollen die Waffensammler in Mazedonien ablösen

Klein angelegt, notfalls aber auch schlagkräftig will die NATO die Stabilisierung des Friedensprozesses in Mazedonien unterstützen. Bisher existiert die dafür geplante neue "Einsatztruppe Fuchs" (Task Force Fox) nur in den Köpfen der Militärplaner. Doch die Grundzüge , stehen schon weitgehend fest.

dpa SKOPJE. Die etwa 1 000 Soldaten der von Deutschland geführten multinationalen Einheit sollen als Retter und Schützer in der Not agieren. Sie werden die Beobachter der OSZE und der EU absichern, wenn diese zusammen mit mazedonischen Polizeikräften in die bisher von albanischen Rebellen kontrollierten Krisengebiete zurückkehren. Ihre Präsenz soll Übergriffe gegen Zivilisten verhindern und das Vertrauen stärken. Zudem können die Soldaten auch aktiv einschreiten, wenn das Leben anderer Menschen bedroht ist.

Sie können sich dabei auf die international geltende Nothilfe stützen, wie es die Soldaten der NATO-Mission "Essential Harvest" (Bedeutende Ernte) schon bei einem Übergriff mazedonischer Paramilitärs getan haben. "Mehr brauchen wir nicht als Grundlage. Deshalb sind viele Militärs auch nicht an einem festgelegten UN - Mandat interessiert", sagte ein deutscher Oberstleutnant in Mazedonien.

Auch westliche Militärs fragen sich aber, ob das Mazedonien- Konzept reicht, um den gemeinsamen Staat der slawisch-mazedonischen Mehrheit und der großen albanischen Minderheit zu erhalten. Anders als bei den Missionen in Bosnien-Herzegowina und im Kosovo liegt die Verantwortung für die weitere politische Entwicklung ausschließlich bei den Politikern der Volksgruppen selbst. Unklar bleibt zunächst, wer Kontrolle über militante Albaner herstellen soll, falls bewaffnete Gruppen neue Angriffe beginnen.

"Wenn der Terror nach der Annahme des Rahmenabkommens weitergeht, dann werden die Männer der Gewalt alle vernichtet", hat der mazedonische Präsident Boris Trajkovski gewarnt. "Es ist offensichtlich, dass Krieg verhindert werden muss, denn er bringt nur Tragödie, Armut und Leid. Aber er kann nicht um jeden Preis vermieden werden." Sein Land erwarte volle internationale Unterstützung, sollte es einen Einsatz gegen noch aktive bewaffnete Albanergruppen geben.

Doch für die letzten bewaffneten Zwischenfälle in Mazedonien hat die NATO-Truppe fast durchweg mazedonische Kräfte verantwortlich gemacht. Diese hätten Schießereien provoziert. Militärbeobachter glauben, dass damit auch demonstriert werden soll, dass die Rebellenverbände weiterhin unter Waffen stehen.

"Ich bin überzeugt, dass die Rebellen bereit sind, den politischen Weg zu gehen", sagt dagegen die verteidigungspolitische Sprecherin der Grünen, Angelika Beer. Sie hat das Krisengebiet mehrfach bereist und meint: "Wenn die Regierung gewaltsam vorgeht und einen Anti- Terror-Einsatz vorgibt, wäre sie für den Zusammenbruch des Friedensprozesses verantwortlich."

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