Abstruse Theorien zu SARS
Bohnen-Therapie gegen Viren aus dem All

So traurig die Folgen der gefährlichen Lungenkrankheit SARS auch sind, so abstrus sind manche Erklärungen und Maßnahmen dagegen. Da glaubten etwa Kambodschaner mit grünen Bohnen ein Wundermittel gegen Sars gefunden zu haben: Ein nach speziellem Rezept zubereitetes Dessert aus den Hülsenfrüchten und Palmenzucker soll gegen die Krankheit schützen.

HB/dpa HAMBURG. Nachdem das Gerücht aus den USA Kambodscha erreicht hatte, ist der Preis für grüne Bohnen dort noch am selben Tag um das mehr als 20-fache gestiegen.

Die unglaublichste Erklärung für das Erscheinen der Lungenkrankheit auf der Erde ist wohl die, dass Sars aus dem Weltall stamme: So schrieb der englische Astrobiologe Chandra Wickramasinghe in einem Brief an das medizinische Fachblatt "The Lancet" (Bd. 361, S. 1832), das Virus könne mit kosmischem Staub, Kometen oder Meteoriten aus dem All auf die Erde getragen worden sein. Nach Angaben des Professors der Cardiff Universität lässt sich das mit der Durchlässigkeit der Atmosphäre erklären. Der Experte ist sich sicher, dass noch weitere "Killerkeime" jenseits der Erde lauern. Auch die Erreger der Spanischen Grippe 1918 könnten seiner Meinung nach aus dem All gekommen sein.

Thailand führt SARS-Lebensversicherung ein

Unterdessen bietet Thailand den Angehörigen von Reisenden, die sich in dem Land mit SARS infizieren und daran sterben, 100 000 Dollar (85 000 Euro) Entschädigung. Tourismusminister Sontaaya Khunplome hofft: "Diese Maßnahme wird das Vertrauen ausländischer Touristen stärken, die durch Thailand reisen." Außerdem sollen die Klinikkosten übernommen werden. Zuvor hatte bereits die Fluggesellschaft Thai Airways jedem Passagier, der sich auf einem ihrer Flüge anstecke, dieselbe Summe angeboten. Die "SARS- Lebensversicherung" gelte nur für einreisende Ausländer.

Obwohl es in Großbritannien bisher keinen Todesfall durch die Seuche gab, stellten einige Internate ihre Schüler vorsorglich zehn Tage (Inkubationszeit) unter Quarantäne. Die Vorsichtsmaßnahme betrifft Schüler, die etwa über Ostern in asiatischen Regionen unterwegs waren. Aus Angst, dass SARS in die Schulen kommt, werden die Jungen und Mädchen erstmal weggeschlossen. Einige Schulen schickten Kinder zur Quarantäne sogar auf die Isle of Wight im Ärmelkanal. Im Vereinigten Königreich gibt es laut WHO vier SARS- Fälle, die aber gut verlaufen sind.

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