Abtreibungen in internationalen Gewässern
Sympathisanten und Demonstranten begrüßen „Abtreibungsschiff“

Ein umstrittenes holländisches "Abtreibungsschiff" hat am Sonntag in dem kleinen polnischen Ostseehafen Wladyslawowo (Ellerwald) bei Elbing angelegt, begrüßt von enthusiastischen Sympathisanten und wütenden Demonstranten.

HB/dpa WARSCHAU. Im katholischen Polen sind Abtreibungen nur in engen Grenzen - bei Gefahr für das Leben der Mutter, Missbildungen des Fötus und Vergewaltigung - erlaubt.

Die "Langenort" wird von der holländischen Stiftung "Frauen auf Wellen" (WOW) betrieben und bietet Abtreibungen in internationalen Gewässern an. Abtreibungsgegner schleuderten Eier und rote Farbe gegen das Schiff und beschimpften die Besatzung und ihre polnischen Sympathisanten mit "Mörder" und "Gestapo". Polizei und Grenzbeamte gingen an Bord, um nach der "Abtreibungspille" RU 486 zu suchen.

Hafenkapitän Kazimierz Undro verhängte ein Auslaufverbot über die "Langenort", weil sie angeblich trotz Verbots in den Hafen eingelaufen sei. Ihr Kapitän soll das Einlaufen schriftlich erklären; dem Schiff droht eine Geldstrafe bis 60 000 Zloty (13 500 Euro).

Das in kommunistischen Zeiten liberale polnische Abtreibungsrecht wurde unter dem Druck der katholischen Kirche 1993 wieder verschärft. Frauenrechtsgruppen fordern die Möglichkeit einer legalen Abtreibung auch aus "sozialen Gründen", etwa einer finanziellen Notlage, um der wachsenden Zahl illegaler Abtreibungen entgegen zu wirken.

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