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Abu-Sayyaf-Rebellen enthaupten vier Geiseln

Auf der Philippinen-Insel Basilan haben moslemische Rebellen der Gruppe Abu Sayyaf nach Militärangaben mehr als 30 Menschen verschleppt und vier ihrer Geiseln enthauptet.

rtr ZAMBOANGA. Zwei Geiseln hätten nach dem Überfall von etwa 40 Rebellen auf ein von Christen bewohntes Dorf am Donnerstagabend fliehen können, sagte ein Armeesprecher am Freitag. Neun von den Abu Sayyaf freigelassene Menschen hätten den Soldaten die Botschaft überbracht, wenn die Militäraktionen gegen die Rebellen nicht beendet würden, müssten alle übrigen Geiseln sterben. Die Leichen der vier Enthaupteten wurden von Soldaten gefunden und von Angehörigen identifiziert. Nach Armeegaben wurden die Entführer von Hunderten Soldaten gejagt.

Eine der beiden geflohenen Geiseln, ein 17-Jähriger, berichtete: "Ich habe mich gewehrt und habe mir das Gewehr von einem der Aufpasser geschnappt." Der zweite Mann wurde nach Militärangaben verletzt in ein Krankenhaus eingeliefert. Er habe sich tot gestellt, nachdem ihn die Rebellen mit Macheten verwundet hätten. Soldaten hätten ihn später gefunden.

Die Armee verurteilte den Überfall auf Zivilisten: "Das war eine barbarische Tat - sie haben Unschuldige getötet", sagte der Militärsprecher. Die philippinische Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo sagte, ihre Regierung lasse sich von den Rebellen nicht erpressen. Die Rebellen der Abu Sayyaf kämpfen nach eigener Darstellung für einen islamischen Staat im Süden der überwiegend von Katholiken bewohnten Philippinen. Die Abu Sayyaf halten noch aus früheren Geiselnahmen auf Basilan mindestens 21 Menschen in ihrer Gewalt, darunter ein im Mai verschlepptes Missionarspaar aus den USA. Die Insel Basilan liegt rund 900 Kilometer von der Hauptstadt Manila entfernt im Süden der Philippinen.

Die Abu Sayyaf hat in der Vergangenheit wiederholt mit Überfällen auf christliche Dörfer zur Vergeltung der Militäraktionen angedroht. Ostern vergangenen Jahres hatte die Abu Sayyaf mehrere westliche Urlauber aus Malaysia auf die Philippineninsel Jolo verschleppt und dort wochenlang festgehalten, darunter auch eine Familie aus Göttingen.

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