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Abu Sayyaf töten anscheinend US-Geisel

Auf den Philippinen haben die Rebellen der Abu Sayyaf nach eigenen Angaben eine ihrer drei amerikanischen Geiseln getötet.

rtr MANILA. Der Sprecher der Rebellen, Abu Sabaya, sagte am Dienstag dem Rundfunksender RMN: "Wir haben Guillermo Sobero als Geschenk für das Land zum Unabhängigkeitstag hingerichtet." Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo sagte, sie könne die Angaben nicht bestätigen. Die Tat bestärke sie jedoch in dem Entschluss, "diese kaltblütige Bande von Banditen ein für alle Mal zu dezimieren". Sobero stammt aus dem US-Bundesstaat Kalifornien und gehört zu 20 Geiseln, die die Abu Sayyaf am 27. Mai von der Ferieninsel Palawan des Landes verschleppt hatte.

Der Presse-Sekretär Arroyos sagte dem Rundfunksender DZRH, es gebe Hinweise darauf, dass die Angaben stimmten. Aber auch er bestätigte den Tod der Geisel nicht. Den Worten Sabayas zufolge wurde Sobero enthauptet. Der Körper sei zurückgelassen worden, damit die Armee ihn finden könne, sagte er. Der Presse-Sekretär machte keine Angaben dazu, ob bereits eine Leiche gefunden wurde. Er erklärte auch nicht, was er mit Hinweisen meinte. Ein philippinischer Armeesprecher kündigte an, die Angaben Sabayas würden überprüft. Sabaya habe in der Vergangenheit mehrmals Dinge gesagt, die sich nicht als wahr erwiesen hätten.

Zwei weitere Geiseln bereits tot aufgefunden

Die US-Botschaft forderte die sofortige Freilassung aller Geiseln. Der Mord an einem unschuldigen Menschen sei eine feige Tat. Bei den beiden weiteren US-Geiseln handelt es sich um ein Missionarsehepaar aus dem US-Bundesstaat Kansas. Sobero war den Angaben zufolge 40 Jahre alt. Zwei weitere der Ende Mai entführten Geiseln waren vor mehr als einer Woche bereits tot aufgefunden worden, neun konnten während Feuergefechten zwischen den Rebellen und Militär entkommen.

Der Nationale Sicherheitsberater der Philippinen, Roilo Golez, kündigte im Rundfunk an, die Offensive gegen die Rebellen werde fortgesetzt. In der Strategie der Regierung, kein Lösegeld zu zahlen, gebe es keine Veränderung. Am Montag hatte die philippinische Regierung einer Vermittlung in der Geiselaffäre zugestimmt und damit kurz vor Ablauf eines Ultimatums einer Forderung der Entführer entsprochen. Die Abu Sayyaf nahm daraufhin ihre Drohung zurück, ihre drei aus den USA stammenden Geiseln zu ermorden. Zugleich nahmen jedoch Mitglieder derselben Gruppe in einem Dorf im Süden der Insel Basilan 15 neue Geiseln, darunter nach Angaben von Golez vier Jugendliche. In den Süden Basilans hatten sie auch die Geiseln von Palawan verschleppt.

Abu Sayyaf hatte bereits im vergangenen Jahr mehr als 40 Menschen verschleppt, darunter drei Deutsche aus Göttingen. Die Rebellen kämpfen nach eigenen Angaben für einen unabhängigen moslemischen Staat im Süden der überwiegend katholischen Philippinen. Sie haben in den vergangenen Jahren jedoch vor allem mit Geiselnahmen auf sich aufmerksam gemacht. Sie fordern regelmäßig Lösegelder für die Geiseln.

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