Abwärts an den Weltbörsen
Die Talfahrt wird immer schneller

Die Talfahrt an den Weltbörsen hat sich am Donnerstag angesichts anhaltend schlechter Konjunkturnachrichten weiter beschleunigt. Weltweit bröckelten die für Profis und Privatanleger richtungweisenden Indizes.

dpa-afx FRANKFURT/NEW YORK/TOKIO. Bergab gegangen war es bereits am frühen Donnerstagmorgen an der asiatischen Leitbörse in Tokio: Der Nikkei-Index für 225 führende Werte verlor 0,37 % und schloss mit 10 938 Zählern. Am Vortag war das fernöstliche Börsenbarometer erstmals seit 17 Jahren unter die psychologisch wichtige Kursmarke von 11 000 Punkten gestürzt. Die japanische Industrieproduktion war im Juli auf den niedrigsten Stand seit März 1994 gesunken - die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt steht nach Meinung von Experten nur wenige Jahre nach der so genannten Asienkrise am Rande einer neuen Rezession.

Die europäischen Börsen zeigten sich im Abendhandel einheitlich im Minus. Der Deutsche Aktienindex Dax verlor 2,45 % auf 5174,91 Punkte. Der Nemax 50, der Index der wichtigsten Werte des Frankfurter Neuen Markts, fiel im Handelsverlauf erstmals seit seiner Gründung vor knapp viereinhalb Jahren unter die Marke von 1 000 Punkten. Knapp eine Stunde vor Handelsschluss notierte der Index um 5,65 % im Minus auf 1 020,16 Punkten, nachdem er zuvor bis auf 999,01 Punkte gestürzt war.

Hintergrund für die Ängste der meisten Anleger waren schlechte Konjunkturdaten aus den führenden Volkswirtschaften der Welt. In Europa hatte die Europäische Zentralbank (EZB) am Mittag davor gewarnt, dass das Wirtschaftswachstum in der Eurozone in diesem Jahr geringer als bisher erwartet ausfallen könnte. Die EZB habe das Ausmaß der US-Wirtschaftsschwäche unterschätzt, sagte EZB-Präsident Wim Duisenberg in Frankfurt.

An der New Yorker Wall Street fiel der Dow Jones Index der wichtigsten 30 US-Industriewerte erstmals seit April dieses Jahres wieder unter die Marke von 10 000 Punkten. Auch die Computerbörse Nasdaq ging im Handelsverlauf immer weiter in die Knie. In den USA war zuvor bekannt gegeben worden, dass die Ausgaben der privaten Haushalte im Juli nur um 0,1 % zugelegt haben und nicht - wie erwartet - 0,2 %. Im bisherigen Wochenverlauf waren bereits der Index für das Verbrauchervertrauen im August und die Zahlen zum Wirtschaftswachstum hinter den Markterwartungen zurück geblieben.

Auch am wichtigsten europäischen Finanzplatz in London beendete der FTSE-100 mit einem Minus von 1,57 % auf 5 332,70 Stellen einen rabenschwarzen Tag. Der technologielastige Techmark 100 erreichte den tiefsten Stand in seiner 20-monatigen Geschichte und ging mit 1 449,22 Punkten aus dem Handel. Der Pariser Leitindex CAC-40 schloss auf einem 22-Monats-Tief von 4 703,87 Punkten. Auch der Euro-Stoxx 50 der wichtigsten europäischen Werte konnte sich dem weltweiten Abwärtstrend nicht entgegen stemmen und verlor 2,4 % auf 3 740,72 Punkte kräftig.

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