Abwärtsentwicklung habe noch keinen Boden erreicht.
US-Konjunkturdaten werden zu weiteren Zinssenkungen führen

Die im Verlauf dieser Woche zu veröffentlichenden Konjunkturdaten in den USA dürften nach Einschätzung von Experten die US-Notenbank darin bestärken, die Leitzinsen weiter zu senken. Dies geht aus einer Umfrage unter Volkswirten hervor.

dpa-afx WASHINGTON. Der Anstieg der Produzentenpreise und die Zunahme der Einzelhandelsumsätze dürften moderat ausfallen. Zudem seien die Befürchtungen bei den Experten gestiegen, dass die schwächer als erwartet ausgefallenen Arbeitsmarktzahlen, die USA in eine Rezession treiben könnten. Das Verarbeitende Gewerbe sei bereits in einer Rezession und die Gefahr steige, dass die anderen Sektoren ebenfalls in den Abwärtsstrudel gerieten.

Die Zahlen zur Produktivität am Dienstag und den Erstanträgen auf Arbeitslosenunterstützung am Donnerstag dürften die Anspannung am Arbeitsmarkt verdeutlichen.

Nach Auffasung von James Glassman, Volkswirt bei JP Morgan Chase Co., gelte es, die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung genau zu beobachten. Falls diese stiege, sei dies ein alarmierendes Signal.

Konjunkturdaten als Grundlage weiterer Zinssenkungen

Die Konjunkturdaten würden zeigen, dass weitere Zinssenkungen notwendig seien, sagte Ethan Harres, Volkswirt bei Lehman Brothers. Die konjunkturelle Abwärtsentwicklung habe noch keinen Boden erreicht. Viele hätten die Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal zudem missgedeutet.

Die Konsumentenkredite, die am Montag veröffentlicht werden, dürften nach Einschätzung der Experten um 9,6 Mrd. $ steigen. Im März kletterten diese noch um 13,4 Mrd. $.

Bei der Arbeitsproduktivität außerhalb der Landwirtschaft erwarten Experten einen Anstieg um 0,9 % im ersten Quartal nach einem Plus von 2,2 % im vierten Quartal 2000. Die Arbeitskosten würden um 4,2 % zulegen. Dieser deutliche Anstieg sei jedoch nicht dauerhaft. Bereits im Vorjahr seien die Arbeitskosten im ersten Quartal im gleichen Ausmaß nach oben gesprungen.

Die Experten erwarten bei den Großhandelsumsätzen im März einen Anstieg von 0,1 %. Im Februar waren diese noch um 0,1% gefallen.

Die Importpreise im April dürften unverändert bleiben, nachdem sie im März unerwartet um 1,6 % gefallen waren. Die Lagerbestände im Großhandel sollten im März um 0,1 % steigen, nachdem sie im Februar noch um 0,1 % gesunken waren.

Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung dürften in der Woche bis zum 5. Mai moderat um 6 000 auf 415 000 fallen, nachdem sie in der Woche zum 28. April um 9 000 mit 421 000 gestiegen waren. Dies war der höchste Stand an Erstanträgen seit März 1996.

Die Produzentenpreise im April dürften um 0,4 % zulegen, nachdem sie im März noch mit 0,1 % gesunken waren. Die Kernrate, bei der Nahrungsmittel- und Energiepreise nicht mitgezählt werden, wird nach der Auffassung von Experten wie im März um 0,1 % steigen.

Die Einzelhandelsumsätze werden demnach im April leicht um 0,1 % steigen, nachdem sie im März unerwartet um 0,2 % gestiegen waren. Der University of Michigan Konsumentenvertrauensindex dürfe im Mai auf 87,0 Punkte fallen. Im April war der Index mit 88,1 Punkten hinter den Erwartungen zurück geblieben.

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