Abwärtstendenz geht von Versicherungs-, Telekom- und Technologiewerten aus
Europäische Börsen setzen Talfahrt fort

Europas Börsen haben am Dienstag erneut schwächer tendiert. Der DJ Stoxx 50-Index der europäischen Standardwerte büsste bis gegen 13.00 Uhr 2,1 Prozent auf 2 600 Punkte ein.

Reuters FRANKFURT. Händler erklärten, der Einbruch in Japan und die schwachen US-Aktienfutures hätten die europäischen Märkte unter Druck gesetzt. Belastend wirkten auch die anhaltenden Sorgen über die weltweite Konjunktur und die Lage im Nahen Osten aus. Erneut ging die Abwärtstendenz von Versicherungs-, Telekom - und Technologiewerten aus, so Marktteilnehmer. Neue Impulse werden von der Veröffentlichung der US-NAPM-Daten am Nachmittag erwartet.

Größter Verlierer bei den Versicherern waren einmal mehr Zurich Financials Services, die die deutlichen Vortagesverluste weiter ausbauten und zeitweise um vier Prozent nachgaben. Bei den Telekomwerten verloren die Papiere von France Telecom zwei Prozent. Kursverluste von sieben Prozent bei Ericsson und von fünf Prozent bei Alcatel wogen schwer auf den Technologietiteln. SAP brachen um 4,3 Prozent ein.

Finanz- und Telekomwerte in London unter Druck

Nachgebende Finanz- und Telekomwerte belasteten die Börse London. Der FTSE-100-Index fiel um 2,3 Prozent auf 4 086 Zähler. Unter deutlichem Druck standen die Aktien der Banken HBOS und Barclays, die unter Rückstufungen durch Brokerhäuser litten. HBOS büßten 3,3 Prozent und Barclays drei Prozent ein. HSBC und Standard Chartered ermäßigten sich um zwei beziehungsweise 1,3 Prozent. Im Telekomsektor büßten Vodafone 3,5 Prozent ein und British Telecom sanken um drei Prozent.

Einige wenige Blue Chips halten Züricher Börse über Wasser

Die Schweizer Aktien haben mehrheitlich schwächer notiert. Dank Gewinnen einzelner Blue Chips wie Swiss Re, CS Group und Roche konnte sich der Markt aber wieder von seinem Tagestief lösen. Der SMI Index notierte um um 0,8 Prozent tiefer bei 5 056 Punkten. Roche GS legten ein Prozent zu, obwohl im Markt der Verkauf des Vitamin- und Feinchemikaliengeschäfts an die niederländische DSM für 2,25 Milliarden Euro nicht nur positiv beurteilt wurde. Zurich standen weiter unter Druck und fielen zeitweise um vier Prozent. Zurich fielen aus dem DJ Stoxx 50-Index heraus. Dazu komme die Angst vor einer möglichen milliardenschweren Kapitalerhöhung und schwachen Halbjahreszahlen, hieß es.

Vivendi gibt in Paris weiter nach

Verluste bei Medien-, Technologie- und Telekomwerten drückten die Pariser Börse ins Minus. Der CAC-40-Index fiel um 1,7 Prozent auf 3 218 Zähler. Die Titel von Medienriese Vivendi Universal brachen um sechs Prozent ein. Die Aktien des Telekomausrüsters Alcatel verloren fünf Prozent, nachdem Alcatel aus dem DJ Stoxx50-Index herausgenommen wurde. France Telecom büßten zwei Prozent ein. Händler verwiesen auf die Ungewissheit um die finanziellen Verpflichtungen bei der Beteiligung Mobilcom und Gerüchten, dass Konzernchef Michel Bon das Unternehmen verlassen werde.

Fortis lässt an Benelux-Börsen Federn

Die Aktien der Benelux-Länder notierten im Minus. Der Amsterdamer AEX-Index sank um 1,7 Prozent auf 358 Zähler und der Bel-20 verlor ein Prozent auf 2198 Punkte. Philips büssten vier Prozent ein. ASML ermäßigten sich um drei Prozent. Unter Druck standen auch die Titel des Chemiekonzerns DSM mit minus drei Prozent. DSM gab den Kauf des Bereichs Vitamine und Feinchemikalien vom Schweizer Pharmakonzern Roche für 2,25 Milliarden Euro bekannt. Die Titel von Finanzdienstleister Fortis sanken an beiden Börsen markant.

Der Mib30-Index der Börse Mailand gab 1,6 Prozent auf 24 681 Punkte nach. Wie anderswo drückten auch hier schwache Finanz- und Technologiewerte auf den Gesamtmarkt. Gegeben wurden die Aktien der Broker Mediolanum und Fideuram, die 3,3 und 3,7 Prozent verloren. Unter Druck standen auch STMicroelectronics mit minus 2,7 Prozent.

Madrid: Südamerika-Krise belastet Banken

An der Börse Madrid verlor der Ibex-35 1,7 Prozent auf 6 214 Zähler. Unter Druck standen die Titel der beiden Bankschwergewichte Banco Bilbao Vizcaya Argentaria und Santander Central Hispano, die 3,2 Prozent und 3,7 Prozent nachgaben. Händler verwiesen auf die anhaltenden Sorgen über die weitere Entwicklung in Argentinien. Die Aktien von Telefonica, die ebenfalls stark in Südamerika engagiert ist, gaben ein Prozent nach.

Die skandinavischen Märkte litten unter nachgebenden Technologie- und Telekomwerten. Der DJ Stoxx Nordic-Index gab 2,1 Prozent auf 234 Punkte nach. Als marktbelastend erwiesen sich vor allem Ericsson, die sieben Prozent einbrachen. Nokia ermäßigten sich um zwei Prozent. Die Titel des norwegischen Datenspeicher-Unternehmens Opticom fielen um elf Prozent. Die Aktien des Telekomanbieters Elisa verloren drei Prozent.

Schwergewichte in Wien im Brennpunkt

Der Wiener Aktienmarkt notierte im Trend mit den übrigen Märkten schwächer. Der ATX-Index büßte 1,1 Prozent auf 1 117 Punkte ein. Im Fokus standen die Schwergewichte Erste Bank, die vier Prozent einbrachen, und Telekom Austria mit minus drei Prozent.

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