Abwärtstrend beim Ölpreis soll weiter sinken
OPEC will Ölfördermenge senken

Falls der Ölpreis weiter niedrig bleibt will die Organisation Erdöl exportierender Staaten ihre Fördermenge senken.

Reuters LONDON/CARACAS. Die Organisation Erdöl exportierender Staaten (OPEC) will ihre Fördermenge senken, falls der Ölpreis weiter so niedrig bleibt wie in der jüngsten Zeit. Dabei könne die Förderung auch um mehr als 500 000 Barrel am Tag reduziert werden, sagte Opec-Präsident am Donnerstag in der venezolanischen Hauptstadt Caracas. Die Ölpreise zogen unterdessen am Donnerstag nach den Tiefstständen vom Vortag wieder etwas an. Ein Barrel (159 Liter) der führenden Nordseemarke Brent, lieferbar im Februar, kostete am Abend mit 23,94 $ knapp einen Dollar mehr als am Vortag. Am Mittwoch hatte der Anstieg der Rohöl-Lagerbestände in den USA und Europa den Preis auf ein Acht-Monats-Tief von 22,90 $ und damit 12 $ unter sein im Oktober erreichtes Zehn-Jahres-Hoch von 35 $ gedrückt. Händler begründeten den Preisanstieg mit einer Kurskorrektur, der Abwärtstrend werde sich weiter fortsetzen.

Reduzierung um mehr als 500 000 Barrel pro Tag

Der Opec-Präsident und venezolanische Energieminister Rodriguez sprach am Donnerstag von einem derzeitigen Rohöl-Überangebot auf dem Weltmarkt. Die Opec-Mitgliedsstaaten würden daher bereits auf ihrem nächsten Treffen am 17. Januar eine Kürzung der Erdöl-Fördermenge erwägen. Rodriguez schloss dabei nicht aus, dass sich die Opec dann auf eine Reduzierung der Fördermengen um mehr als 500 000 Barrel am Tag einigen werde. Auf Grund der drastisch gestiegenen Ölpreise hatte die Opec die Öl-Exporte in diesem Jahr viermal erhöht.

Auf ihrem derzeitigen Stand liegen die Preise am unteren Ende des von der Opec erklärten Zielwertes zwischen 22 und 28 $. Liegt ein Korb von sieben Ölsorten an 20 Geschäftstagen über oder unter dieser Spanne, will das Kartell einer informellen Vereinbarung zufolge die Fördermenge um 500 000 Barrel pro Tag anpassen. Der Iran, Kuwait, Lybien die Vereinten Arabischen Emirate und Indonesien haben sich daher bereits für eine Kürzung der Öl-Exporte ausgesprochen. Sie befürchten, es könnte zum Frühjahr zu einem radikalen Preissturz kommen.

Derzeitiger Preisanstieg nur ein "Hüpfer"

Händler bezeichneten den Preisanstieg als eine nur kurzzeitige Kurskorrektur. "Das ist nur ein Hüpfer. Außer einer Korrektur von gestern gibt es derzeit keinen Grund für ein Aufwärtspotenzial (bei den Ölpreisen), die Tendenz ist immer noch schwach", sagte ein Händler.

Rodriguez begrüßte zudem einen Aufruf des designierten US-Präsidenten George Bush zu einer Einigung zwischen den Opec-Mitgliedern und den Öl-Verbraucherstaaten im Streit um die künftige Fördermenge. Bush hatte sich am Mittwoch für eine intensive diplomatische Zusammenarbeit mit der Opec ausgesprochen, um eine Ölkrise zu verhindern. Zugleich hatte er jedoch gefordert, die Opec solle die Öl-Fördermenge erneut erhöhen, um die Preise weiter zu senken. "Den schnellsten Einfluss auf die Ölpreise wird eine engere Zusammenarbeit mit den Opec-Staaten haben. Eine verstärkte Beziehung zu ihnen wird sie möglicherweise überzeugen, die Hähne weiter aufzudrehen, um den Preisdruck zu lindern." Bush wird sein Amt als US-Präsident im Januar drei Tage vor dem anstehenden Opec-Treffen antreten.

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