Abwarten - noch nicht einsteigen
Nasdaq schickt Nemax wieder auf Talfahrt

Belastet von der schwachen US-Technologiebörse Nasdaq hat der Frankfurter Neue Markt am Mittwoch seine Talfahrt fortgesetzt und neue Jahrestiefstände gesehen. Der alle Werte des Wachstumssegments umfassende Nemax- Index brach um 3,2 % auf 4137 Punkte ein.

Reuters FRANKFURT. Im Handelsverlauf war der Nemax-Index auf ein neues Jahrestief von 3 973 Zählern gefallen. Das Blue-Chip-Barometer Nemax50 stürzte um knapp 3 % auf 4 343 Punkte ab, nachdem es im Verlauf mit 4 119 Stellen den tiefsten Stand in diesem Jahr markiert hatte.

Händler machten für den Kursrutsch die schlechte Stimmung am Markt nach den Quartalsergebnissen der US-Firmen Yahoo und Lucent Technologies verantwortlich. Diese hätten vor allem Indexschwergewichte wie T-Online nach unten gezogen, sagte ein Händler. Technisch orientierte Analysten sehen erst auf Sicht von rund zwei Wochen eine mögliche Erholung des Neuen Marktes.

Die technologielastige Nasdaq notierte zu Börsenschluss in Deutschland nach einem zunächst sehr schwachen Auftakt gut behauptet. Der Nasdaq-Composite-Index wies ein Plus von 0,1 % auf 3 244 Punkte aus.

Technisch orientierte Analysten sehen die nächste stärkere Unterstützung für den Nemax-50-Index erst bei 4 100 oder sogar bei 3 880 Punkten. Bei 3 880 Zählern liege eine Unterstützung die den Markt tragen könnte, sagte Sarah Lütgert von HSBC Trinkaus & Burkhardt. Aktuell steuere der Index zwar auf eine überverkaufte Lage zu, eine Bodenbildung sehe sie derzeit aber noch nicht.

Für Druck am Markt hätten die Ergebnisse der US-Firmen Lucent und Yahoo gesorgt, sagten Händler. Die Anleger des Internet-Anbieters zeigten sich angesichts des nur knapp über den Prognosen liegendem Ergebnisses für das dritte Quartal von Yahoo enttäuscht, hieß es. Zudem habe Yahoo in Aussicht gestellt, möglicherweise die Umsatzprognosen für das kommende Jahr nicht erfüllen zu können, sagte ein Händler.

Hinzu komme die Revidierung der Umsatzzahlen für das vierte Quartal des US-Telekommunikationsausrüsters Lucent Technologies. "Das sorgt für Vertrauensverlust am deutschen Markt", sagte ein Händler. Darunter litten dann speziell Werte wie T-Online, die in den vergangenen Wochen auf Grund von personellen Änderungen im Vorstand nicht gerade für positive Schlagzeilen gesorgt hätten. T-Online büßten 4,5 % auf 22,20 Euro ein.

Dem Abwärtstrend konnten sich hingegen die Titel von EM.TV mit einem Plus von über 6 % auf 38,90 Euro entziehen. Am Nachmittag hatte der Medienkonzern mitgeteilt, dass die in der Formel Eins vertretenen Autohersteller an einem Einstieg in die Formel-Eins-Holding SLEC interessiert seien.

Größter Gewinner mit einem Plus von 20 % waren die Aktien des finanziell angeschlagenen Telekommunikationsunternehmens Gigabell. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben seine Zwischenfinanzierung gesichert. Die finnische Saunalahti übernehme mit sofortiger Wirkung drei britische Gigabell-Töchter, teilte Gigabell am Mittwochabend in einer Pflichtveröffentlichung mit. Die Vereinbarung sichere Gigabell kurzfristig 1 Mio. DM an Liquidität. Gigabell erhalte durch den Verkauf Barmittel, um die im vorläufigen Insolvenzverfahren begonnene Restrukturierung der Gesellschaft voranzutreiben, hieß es weiter.

Die Aktie der Direktbank Consors verlor nach einer Unternehmens- Präsentation in den USA stark an Wert. Der Kurs des Papiers ging um gut 6 % auf 101,80 Euro zurück. "Bei einer Marktkonferenz in New York waren die Anleger nicht angetan von der ConSors-Präsentation", sagte ein Händler. Seit der vergangenen Woche hat die ConSors-Aktie etwa ein Fünftel an Wert eingebüßt.

Intraday-Chart des Nemax 50

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