Abwartender Handel
Euro vor EZB-Zinsentscheid in engen Bahnen

Der Euro ist am Dienstag im Vorfeld der Zinsentscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) in einem abwartenden Handel wenig bewegt bei Werten um 0,8970 $ gependelt. Händler sagten, der Devisenhandel konzentriere sich bereits auf das Treffen der europäischen Währungshüter am Mittwoch, von dem sich die Märkte eine Zinssenkung versprechen.

rtr FRANKFURT. Am Vorabend hatte die Gemeinschaftswährung noch mit Kursverlusten auf das Frühjahresgutachten der deutschen Wirtschaftsinstitute reagiert, sich am Dienstagvormittag jedoch wieder erholt. Die Institute hatten ihre Wachstumsprognosen 2001 für Deutschland und die Euro-Zone nach unten revidiert. Auch auf die Senkung der OECD-Wachstumsprognose für die Euro-Zone reagierte die Gemeinschaftswährung kaum.

Gegen 10.00 Uhr MESZ lag der Euro bei 0,8968/72 $ nach 0,8969/73 $ zum Handelsschluss am Vorabend in New York. Der Yen notierte am Dienstagvormittag mit 124,42/47 Yen je $ nach 125,01/09 Yen am Montag in New York. Händlern zufolge wurde die Währung durch zurückhaltende Äußerungen japanischer Politiker und offene Options-Positionen gestützt.

Die sechs führenden deutschen Wirtschaftsinstitute hatten in ihrem am Dienstag offiziell vorgestellten Frühjahrsgutachten ihre Schätzung für das deutsche Wirtschaftswachstum 2001 auf 2,1 % von bislang 2,7 % zurückgenommen. Im kommenden Jahr soll sich die Konjunktur in der größten Volkswirtschaft der Euro-Zone den Prognosen zufolge dann mit 2,2 % Wachstum auf dem ermäßigten Niveau stabilisieren. Für die Euro-Zone revidierten die Experten das Wachstum 2001 leicht nach unten auf 2,6 von 2,8 % (2002: 2,6 %). Der Außenwert des Euro werde im Verlauf des Jahres "leicht" steigen, sich im kommenden Jahr dagegen kaum verändern, schätzen die Experten weiter. Der Euro hatte am Montagabend mit spürbaren Kursverlusten reagiert, erholte sich jedoch am Dienstagvormittag wieder etwas.

Keine Reaktion auf die Konjunkturprognose

Keine nachhaltige Reaktion zeigte die Gemeinschaftswährung auf die Veröffentlichung der Konjunkturprognose der Organisation für Entwicklung und Zusammenarbeit in Europa (OECD). Die OECD revidierte ihre Wachstumsprognose für die Euro-Zone 2001 auf 2,7 % von 3,1 % nach unten und unterstellte dabei eine Leitzinssenkung der EZB um 25 Basispunkte. Auf diese Zinserwartung habe der Euro positiv reagiert, hieß es im Handel.

Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit an den Devisenmärkten steht Händlern zufolge nun die Zinsentscheidung der EZB am Mittwoch. Die Mehrheit der Experten rechnet mit einer Leitzinssenkung um 25 Basispunkte auf 4,50 % im Schlüsselzins. Das Mitglied des angesehenen Sachverständigenrats der Bundesregierung, Jürgen Kromphardt, hatte unterdessen in einem Interview eine Leitzinssenkung der EZB um 50 Basispunkte gefordert. "Sehr wünschenswert wäre es, wenn die EZB jetzt den Leitzins um einen halben Prozentpunkt senken würde. Sonst verpufft die Wirkung und jeder würde sagen, die EZB wisse nicht, was sie will", wurde Kromphardt in einem vorab veröffentlichten Interview mit dem Magazin "Focus Money" zitiert.

Der Yen gewann zu Dollar und Euro an Boden, nachdem sich der japanische Finanzminister Kiichi Miyazawa zurückhaltend zur Entwicklung der japanischen Währung geäußert hatte. Miyazawa hatte gesagt, er verstehe die asiatischen Staaten, die sich über die Schwäche des Yen besorgt gezeigt hatten. Am Wochenende hatten die Südostasiatischen Staaten bei ihrem ASEAN-Treffen den schwachen Yen als Risiko für die Stabilität der Wirtschaft in der Region bezeichnet. Händlern zufolge wurde der Yen zudem von offenen Optionspositionen gestützt.

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