Abwehr wird zentral gesteuert
Zentrales Sicherheitskonzept für entführte Flugzeuge

Das niedersächsische Innenministerium wird das neue Sicherheitskonzept der Bundesregierung für entführte Flugzeuge überprüfen. Danach sollen von Terroristen gekaperte Maschinen unter anderem auf dem Flughafen Hannover zur Landung gezwungen werden können.

HB/dpa BERLIN/HANNOVER. Die Abwehr von Terroranschlägen aus der Luft wird künftig in Deutschland zentral gesteuert. Die Bundesregierung plant den Aufbau eines Lage- und Führungszentrums für Luftverteidigung, das künftig für solche Fälle die Verantwortung übernehmen soll. Dabei soll auch auf Nato-Informationen zurückgegriffen werden können.

Wie ein Sprecher des Verteidigungsministerium am Donnerstag mitteilte, kommen nach diesem neuen Sicherheitskonzept nur noch bestimmte Flughäfen in Frage, auf die gekaperte Maschinen künftig umgeleitet werden sollen. Die genauen Orte stünden aber noch nicht fest. Berichte, wonach künftig vor allem die Flughäfen in Hannover, Leipzig und im rheinland-pfälzischen Hahn vorgesehen seien, wollte der Sprecher nicht bestätigen.

Es seien bislang vielmehr erst die Kriterien festgelegt worden, um eine maximale Sicherheit für Passagiere und die Bevölkerung bei solchen Aktionen sicherzustellen. Dazu gehöre: die Flughäfen müssen 24 Stunden geöffnet und für Polizei, Feuerwehr und Rettungskräfte schnell erreichbar sein. Ferner müssen Großflugzeuge dort landen können. Wichtig sei auch, dass gekaperte Maschinen beim Anflug keine Ballungsräume oder große Industrieanlagen überfliegen.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums bedeuten diese Voraussetzungen jedoch, dass bestimmte Flughäfen wie Frankfurt oder Berlin von vornherein ausscheiden. In Gesprächen mit den Ländern sei man derzeit dabei, die letzten Details festzulegen. In Köln gab es darüber am Donnerstag ein Gespräch auf Ebene der Abteilungsleiter. Dem niedersächsischen Innenministerium liegt das Sicherheitskonzept nach eigenen Angaben seit zwei Tagen vor. Es werde jetzt geprüft, sagte ein Sprecher.

Im Januar war nach dem Irrflug eines 31-Jährigen mit einem Motorsegler über Frankfurt am Main eine Arbeitsgruppe "Sicherheit im Luftraum" eingesetzt worden. Sie sollte auch Richtlinien ausarbeiten, wie sich die Sicherheitsbehörden verhalten sollen, falls es in Deutschland zu ähnlichen Terroraktionen wie am 11. September 2001 in den USA kommen sollte. Ein Prüfungsauftrag war auch ein möglicher Abschuss von entführten Maschinen.

Das Papier liege seit zwei Tagen in Hannover vor, sagte der Sprecher des Ministeriums, Klaus Engemann, am Donnerstag. Er bestätigte damit einen Bericht der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung".

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