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Abwesenheit schützt Arbeitnehmer nicht vor Kündigung

Abwesenheit am Arbeitsplatz schützt Arbeitnehmer nicht vor einer Kündigung. Das hat das Bundesarbeitsgericht (BAG) am Donnerstag in Erfurt entschieden.

HB/dpa ERFURT. Die Richter wiesen damit die Klage einer 64 Jahre alten Schreibkraft des Hamburger Amtsgerichts ab. Die Frau war schwerbehindert und arbeitsunfähig krankgeschrieben. Einer drohenden Kündigung wollte sie sich im Frühjahr 2000 durch eine Reise entziehen. Nach ihrer Rückkehr klagte sie gegen die Kündigung, weil sie diese nicht wie vom Gesetz gefordert unverzüglich, sondern erst zwei Wochen später erreicht habe (Az.: 2 AZR 475/01).

Nach Ansicht des obersten deutschen Arbeitsgerichts hat die Frau gegen Treu und Glauben verstoßen, weil sie den Arbeitgeber nicht über ihre Reise informiert hatte. Sie hätte dafür sorgen müssen, dass sie die Post auch in ihrer Abwesenheit erreicht, befanden die Richter. Die Frau könne sich unter diesen Umständen nicht auf einen verspäteten Zugang berufen, wenn sie das Kündigungsschreiben nicht rechtzeitig bei der Poststelle abholt. Die Richter lasteten der Klägerin an, dass sie bereits im Januar 1999 eine Kündigung mit der gleichen Strategie verhindert hatte.

Auch den Grund ihrer fristlosen Kündigung bestätigte das Arbeitsgericht. Die Schreibkraft war fast drei Jahre arbeitsunfähig krankgeschrieben. Ihr Arbeitgeber beantragte daraufhin die Untersuchung ihrer Arbeitsfähigkeit beim Personalärztlichen Dienst der Stadt Hamburg. Die Frau verweigerte den Ärzten allerdings die Einsicht in ihre früheren Arztunterlagen, weil der ärztliche Dienst von der Stadt finanziert und deshalb nicht unabhängig sei. Dazu meinte das Gericht: Die ärztliche Unabhängigkeit sei vollkommend ausreichend, auch wenn die Ärzte vom gleichen Arbeitgeber finanziert werden.

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