ACG-Aktien konnten nach Jahrestief wieder um 5 % zulegen
Neuer Markt setzt Talfahrt mit geringerer Dynamik fort

Der Neue Markt hat am Mittwoch seine Talfahrt der Vortage mit geringerer Dynamik fortgesetzt. Ausschlaggebend sind nach Händlereinschätzung die schwachen US-Vorgaben.

rtr FRANKFURT. Die Indizes des Wachstumssegmentes fielen jeweils um rund 2 %. "Die Nasdaq war extrem schlecht", sagte ein Händler, "viel schlechter als wir es erwartet hatten". Die amerikanische Computerbörse hatte am Dienstag mit einem Verlust von 6,17 % bei 1 673 Punkten geschlossen - dem tiefsten Stand seit über zwei Jahren. Nach den jüngsten Gewinnwarnungen der US-Technologiefirmen Ariba und Inktomi fehle den Anlegern der Mut, selbst bei den niedrigen Kursen am Neuen Markt einzusteigen. Es könne nun sein, dass nicht nur das erste oder zweite Quartal der Technologieunternehmen schlecht ausfallen werde, sondern dass sich die Flaute sogar bis ins nächste Jahr hineinziehe, sagte Knut Hochwald von der Hamburger Sparkasse.

Der alle Werte umfassende Nemax-All-Share-Index gab bis zum Mittag 2,05 % auf 1 456 Punkte nach. Der Auswahlindex Nemax-50 rutschte um 2,22 % auf 1 276 Zähler. Am Vortag hatten beide Indizes des Wachstumssegmentes nach panikartigen Verkäufen kräftig nachgegeben und waren auf neue Tiefststände gefallen. Der Auswahlindex hatte fast 9 %, der All-Share-Index rund 7,3 % verloren.

Ein Boden sei angesichts des anhaltenden Abwärtstrends nicht in Sicht, sagte eine Händlerin. Der Markt müsse erst wieder zeigen, dass er auch im Plus schließen könne. Solange es aber an guten Nachrichten fehle, sei daran nicht zu denken. Außerdem seien die Vorgaben aus den USA seit Tagen schlecht, hieß es. Am Mittwochmittag präsentierte sich der Nasdaq-Future, der Anhaltspunkte auf die Eröffnungstendenz der amerikanischen Computerbörse liefert, kaum verändert. Die Entwicklung der Nasdaq sei kaum vorauszusagen, sagte ein Händler.

Sinner-Schrader unter Verkaufsdruck

Unter Verkaufsdruck stand bis zum Mittag die Sinner-Schrader AG, deren Aktien sich um über 16 % auf 3,05 Euro verbilligten. Zwischenzeitlich fielen die Papiere auf ein neues Jahrestief von 2,41 Euro. Der IT-Dienstleister hatte am Dienstag bekannt gegeben, im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2000/2001 auf Basis vorläufiger Zahlen einen Umsatzrückgang verbucht zu haben.

Starker Kursanstieg bei Teldafax

Bei den Kursgewinnern ragten die Titel der von der Insolvenz bedrohten Teldafax AG heraus, die bei sehr hohen Umsätzen in der Spitze um rund 110 % auf 1,10 Euro stiegen. Händler erklärten den hohen Prozentualen Zugewinn mit spekulativen Käufen. Hintergrund ist die Ankündigung des Mehrheitsaktionärs World Access von Dienstag, die Schulden von Teldafax bei der Deutschen Telekom übernehmen zu wollen. Es handele sich in erster Linie um Spekulanten, die den Kurs nun in die Höhe trieben. Der Anstieg könnte auf Grund der unsicheren weiteren Entwicklung des Telefonunternehmens aber auch schnell wieder beendet werden. Bis 12.30 Uhr MEZ lagen die Teldafax-Titel noch rund 53 % im Plus.

Nachdem die Aktien der ACG AG im frühen Handel auf ein neues Jahrestief von 13,55 Euro gefallen waren, stieg der Kurs bis zum Mittag um über 5 % auf 16,99 Euro. ACG hatte am Vorabend in einer Pflichtveröffentlichung mitgeteilt, die Staatsanwaltschaft Landshut habe im Rahmen internationaler Ermittlungen einer EU-Sondergruppe die Geschäftsräume der ACG durchsucht und leitende Mitarbeiter befragt. Die Titel hatten daraufhin nachbörslich rund 20 % abgegeben.

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