ACG - Halbleitermarkt
30 Prozent mehr Smart Cards in diesem Jahr

Der Chip-Händler ACG hat dank Kosteneinsparungen im ersten Quartal 2002 wieder schwarze Zahlen geschrieben. Angesichts einer sich abzeichnenden Erholung des Halbleitermarktes erwartet die Wiesbadener Firma auch für das Gesamtjahr operativ einen Gewinn.

Reuters WIESBADEN. "Man merkt, dass die eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen gegriffen haben", begründete ACG-Chef Cornelius Boersch am Dienstag das früher als geplante Erreichen der Gewinnschwelle. "Wir hoffen, auch im zweiten Quartal einen operativen Gewinn erzielen zu können", fügte Boersch hinzu.

"Bislang läuft das zweite Quartal im Rahmen der Erwartungen". Für das laufende Jahr kündigte der ACG-Chef noch ein bis drei kleinere Akquisitionen, vornehmlich im Halbleiterbereich, an. Dabei könnte eine Übernahme bereits in den nächsten Wochen zum Abschluss kommen. An der Börse legte die im Nemax50 notierte ACG-Aktie bis zum Mittag 2,7 Prozent auf 4,54 Euro zu.

Auf Grund der nur zögerlichen Erholung des Halbleitermarktes musste ACG im ersten Quartal einen kräftigen Umsatzrückgang hinnehmen und rückte auch für das Gesamtjahr leicht von seinen Umsatzplanungen ab. In den ersten drei Monaten 2002 seien 67,73 Millionen Euro umgesetzt worden, nach 105,69 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum, hieß es. Für das Gesamtjahr strebe der unabhängige Komponenten- und Technologielieferant von Chips, Smart Cards und kontaktlose Technologien nur noch einen Umsatz auf Vorjahresniveau von 343,5 Millionen Euro an. Anfang April hatte Boersch noch einen über dem Vorjahr liegenden Umsatz in Aussicht gestellt. Entscheidend sei, dass 2002 operativ ein Gewinn ausgewiesen werde, sagte Boersch.

Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) habe sich zwar im ersten Quartal auf 1,8 Millionen Euro von 3,94 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum verringert, nach den deutlichen Verlusten im dritten und vierten Quartal 2001 wurde jedoch wieder ein Gewinn erzielt. Sowohl das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) als auch das Nettoergebnis seien mit 0,97 (Vorjahr: minus 0,077) Millionen Euro beziehungsweise mit 0,114 (minus 1,35) Millionen Euro positiv ausgefallen. Der Free Cash Flow habe sich auf plus 1,65 (minus 5,88) Millionen Euro, die liquiden Mittel auf 18 Millionen Euro belaufen. Die Rohertragsmarge sei auf 15,2 (13,1) Prozent geklettert.

Nachdem bereits der Konkurrent CE Consumer Electronics Mitte Mai schwache Zahlen für die ersten drei Monate dieses Jahres vorgelegt hatte, rechneten Analysten auch bei ACG mit einem Rückgang bei Umsatz und Ebitda. Allerdings erwarteten viele Experten sowohl beim Ebitda als auch beim Nettoergebnis einen Verlust. "Das ist ein positives Signal, dass sie in den schwarzen Zahlen gelandet sind", sagte Oliver Wojahn, Analyst bei der Berenberg Bank. ACG sei auf einem guten Weg, wie angekündigt zum Jahresende operativ einen Gewinn auszuweisen, fügte er hinzu.

Boersch zeigte sich angesichts der einsetzenden Erholung des Halbleitermarktes zuversichtlich, wie angekündigt 2002 in allen Geschäftsbereichen profitabel zu arbeiten und das Gesamtjahr mit einem positiven Ebitda und Ebit abzuschließen. "Der Halbleitermarkt hat sich gefestigt, wenn auch nur auf niedrigem Niveau", sagte Boersch, der von einer deutlichen Belebung erst zum Jahresende ausgeht. Während er in diesem Jahr noch mit Wachstumsraten von bis zu sieben Prozent rechnet, sollte der Halbleitermarkt 2003 um über 20 Prozent wachsen.

Bei SmartCards geht der Manager für dieses Jahr von einem 30-prozentigen Marktwachstum aus. Mit zweistellige Zuwachsraten sei auch 2003 zu rechnen, prognostizierte er. Um für den anstehenden Aufschwung gerüstet zu sein, will Boersch in diesem Jahr noch ein bis drei kleinere Firmen zukaufen. Eine Kapitalerhöhung zur Finanzierung größerer Akquisitionen schloss er angesichts des schwachen Aktienkurses von ACG nicht aus. "Das ist nur ein Szenario von vielen", sagte Boersch und fügte hinzu: "Bislang ist darüber noch keine Entscheidung gefallen".

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