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ACG senkt zum zweiten Mal Prognosen für 2001

Der Chipkarten-Broker ACG hat breits zum zweiten Mal in diesem Jahr aufgrund des schwachen Marktumfeldes seine Prognosen für 2001 deutlich gesenkt. Für das laufende Geschäftsjahr werde nunmehr ein Umsatz von 340 Mill. ? bei einem leicht positiven operativen Ergebnis erwartet, teilte das im Auswahlindex Nemax 50 des Neuen Marktes gelistete Unternehmen am Montag mit.

Reuters WIESBADEN. Wegen einer Sonderabschreibung werde sich beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) ein Verlust von bis zu acht Mill. ? ergeben. Mitte September hatte ACG noch an seinen im Juli reduzierten Planungen von einem Umsatz von 400 Mill. ? bei einem Ebitda von 15 Mill. ? festgehalten. Die ACG-Aktie fiel zeitweise um mehr als elf Prozent auf 3,45 ?.

Aus Vorsichtsgründen würden im vierten Quartal zusätzliche einmalige Sonderabschreibungen auf das Umlaufvermögen in Höhe von rund zehn Mill. ? vorgenommen, teilte ACG weiter mit. Die kurzfristige Liquidität der Gesellschaft werde davon nicht belastet und liege weiterhin stabil bei über 40 Mill. ?. Die Nachfrage nach Smart-Card Komponenten, Chips und elektronischen Bauelementen habe sich im dritten Quartal nochmals verringert, hieß es. Grund sei die anhaltend schwache Lage der Weltwirtschaft sowie der teilweise völlige Stillstand des US-Geschäftes im September 2001.

Kapazitätsanpassungen und Kostensenkungsmaßnahmen angekündigt

ACG kündigte an, bis zum Jahresende Maßnahmen zu konzernweiten Kapazitätsanpassungen und Kostensenkungen vornehmen zu wollen. Damit solle der unsicheren Marktsituation im Smart-Card- und im Halbleiter-Markt Rechnung getragen werden. ACG zeigte sich zuversichtlich, im Jahr 2002 im Bereich Smart Cards wie schon im laufenden Jahr ein deutlich zweistelliges Wachstum realisieren zu können. Im Bereich Semiconductor positioniere sich ACG verstärkt als Dienstleister im Überbestandsmanagement, um langfristig von den Zyklen des Halbleitermarktes unabhängiger zu werden. Bis zum Jahresende wolle ACG alle notwendigen Maßnahmen vornehmen, um unabhängig von der Marktsituation im Jahr 2002 ein deutliches organisches Wachstum und eine positive Ergebnisentwicklung verzeichnen zu können.

Die auf den Vertrieb von Produkten für die Halbleiter-Industrie spezialisierte Gesellschaft hatte im Juli ihre Prognosen für das Gesamtjahr 2001 beim Umsatz auf 400 Mill. ? von zuvor 550 Mill. ? gesenkt. Das Ebitda-Ziel hatte ACG auf 15 Mill. ? von 36 Mill. ? nach unten korrigiert. Mitte September hatte ACG-Vorstandschef Markus Solibieda noch an der korrigierten Prognose festgehalten. Im ersten Halbjahr 2001 war ACG wegen außerplanmäßiger Firmenwertabschreibungen tief in die Verlustzone gerutscht. Der Fehlbetrag hatte sich auf 45,28 Mill. ? von minus 0,37 Mill. ? im Vorjahr erhöht. Der Umsatz war im ersten Halbjahr auf 186,3 Mill. ? von 154,3 Mill. ? im Vorjahreszeitraum gestiegen. Das Ebitda erhöhte sich leicht auf 5,1 Mill. ? von 5,0 Mill. ?.

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