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Ach, in meiner Brust

Der Verkauf seiner Seele ist kein leichtes Unterfangen - auch nicht per Internet.

Hätte es Adam Burtle mit Goethes Faust gehalten, wäre ja alles kein Problem gewesen. Zwei Seelen wohnten bekanntlich in der Brust des Magisters, ja des Doktors gar. Und hätte Burtle ebenfalls zwei gehabt, hätte er eine abgeben können. Doch in der Brust des 20-jährige aus Seattle wohnt - sofern überhaupt - nur eine Seele, und die wollte er nicht mehr haben. Im Online-Auktionshaus Ebay bot er sie feil, für den Startpreis einiger Pfennige. Tatsächlich fand sich der eine oder andere Interessierte, und für 400 Dollar wechselte die Seele des jungen Mannes schließlich ihren Besitzer, zumindest formal.

Schockierend? Nicht wirklich. Ein Schabernack. "Mir war langweilig", vertraute der Verkäufer denn auch der "Seattle Times" an. Nicht mal die Ebay-Verantwortlichen mochten sich so richtig aufregen. Grundsätzlich sei eine solche Auktion nicht erwünscht, hieß es, und normalerweise werde dergleichen auch gelöscht. Aus ethischen Bedenken? Mitnichten. Und aus gesetzlichen schon gar nicht. Aus diesen beiden Gründen ist zwar das Versteigern von Waffen, Nieren oder Tieren untersagt. Nicht aber der Handel mit Seelen. Dagegen spricht für Ebay etwas ganz anderes: "Man muss eine Ware haben, die ein Verkäufer auch liefern kann." Das wäre bei zwei Seelen schon schwierig genug. Aber bei einer nur? Ausgeschlossen.

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