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Achenbach: Karstadt-Quelle schließt Partnerschaft mit Beteiligung nicht aus

Der Karstadt-Quelle-Konzern wird nach Einschätzung von Vorstandschef Christoph Achenbach im Warenhausgeschäft mittel- bis langfristig seine Position eher mit einem Partner stärken können.

dpa-afx ESSEN. Der Karstadt-Quelle-Konzern wird nach Einschätzung von Vorstandschef Christoph Achenbach im Warenhausgeschäft mittel- bis langfristig seine Position eher mit einem Partner stärken können. Eine solche Kooperation werde dann möglicherweise durch eine Beteiligung am Aktienkapital untermauert, sagte de Firmenchef der "Süddeutschen Zeitung" (Samstagausgabe) in einem Interview.

Achenbach betonte, dass Karstadt-Quelle gegenwärtig nicht auf der Suche nach einem Partner für das Warenhausgeschäft ist. "Das ist noch Zukunftsmusik. Aber wenn wir nach vorne marschieren wollen, könnten Partnerschaften hilfreich sein", sagte er. Durch Kostensenkungen erhalte der Konzern kurzfristig zwar wieder mehr finanziellen Spielraum. Aber die notwendige Kraft für die beabsichtigte neue Positionierung der Marke "Karstadt" sei nur durch eine Partnerschaft zu gewinnen. Achenbach denkt an ein zunächst loses Bündnis mit einem ausländischen Handelskonzern, das "am Ende auch gesellschaftsrechtlich festgezurrt werden kann." In seiner derzeitigen Verfassung würde Karstadt-Quelle nur der Juniorpartner sein können. In ein paar Jahren könne dies jedoch anders sein.

Für den Umbau der 89 Warenhäuser, die Karstadt-Quelle weiter betreiben will, veranschlagt der Vorstandsvorsitzende einen nicht näher bezifferten dreistelligen Millionen-Betrag.

"Grottenschlechter Oktober"

Nach einem "grottenschlechten Oktober" und einem "halbwegs guten" November laufen die Geschäfte in den letzten Wochen vor Weihnachten nach Auskunft von Achenbach so, dass die vor einigen Wochen nach unten korrigierte Umsatzprognose nicht gefährdet ist. Danach wird der größte deutsche Warenhaus- und Versandhandelskonzern das Jahr mit einem um sieben Prozent niedrigeren Umsatz abschließen als 2003.

Bei den angestrebten Desinvestitionen ist Karstadt-Quelle nach den Worten des Vorstandsvorsitzenden ein wenig in Verzug geraten. Mehrere Kaufinteressenten versuchten, die angespannte Lage des Konzerns auszunutzen und hätten niedrige Angebote abgegeben. "Darauf lassen wir uns nicht ein", sagte Achenbach der Zeitung. Nach den jüngsten Kapitalmaßnahmen sei der finanzielle Spielraum "gut". Und er werde sich weiter verbessern, wenn in den nächsten Wochen mit Hilfe von Investmentbanken weitere Kredite über 400 bis 500 Mill. Euro mobilisiert würden. Dieses Geld sei als Reserve gedacht und werde derzeit nicht benötigt.

Verkäufe

Achenbach glaubt, dass er aus den Verkäufen wie geplant 1,1 Mrd. Euro erlösen kann. Dabei sei die Trennung von den Filialisten Sinn-Leffers und Runners Point leichter als die Abgabe der weniger profilierten Mode-Kette Wehmeyer. Bis Mitte nächsten Jahres sollen alle Fachgeschäfte verkauft sein.

Langwieriger gestaltet sich Achenbach zufolge dagegen die Veräußerung der 77 kleineren Warenhäusern. "Es gibt Angebote für einzelne Häuser, für Pakete und auch für das gesamte Portfolio", sagte er. Bei den Interessenten handele es sich meist um strategische Investoren aus dem Einzelhandel. Vereinzelt hätten auch Unternehmen aus der Immobilienbranche Angebote abgegeben. Die Ende September verkündigte Absicht, den gesamten Immobilienbesitz des Konzerns in eine eigene Gesellschaft auszugliedern und dieses Unternehmen möglichst schon 2006 an die Börse zu bringen, verfolgt Karstadt-Quelle nicht weiter.

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