Achim Egner als Stellvertreter gehandelt
Debitel-Chef Wagner droht Entmachtung

Der Vorstandsvorsitzende des Telekommunikationsdienstleisters Debitel, Peter Wagner, bekommt nach Angaben aus Kreisen wieder einen Stellvertreter zur Seite gestellt und soll sich künftig auf das umsatz- und ergebnisschwache Auslandsengagement von Debitel beschränken.

Reuters FRANKFURT. Die Nachrichtenagentur Reuters erfuhr am Montag aus dem Umfeld des Unternehmens, als stellvertretender Vorstandschef solle künftig der bislang für das Auslandsgeschäft zuständige Vorstand Achim Egner agieren. Mit der Berufung Egners zum Vize-Vorstandschef soll den Planungen zufolge ein Wechsel bei der Verantwortung im Vorstand einhergehen.

Verantwortung für inländischen Debitel-Aktivitäten

Danach soll Vorstandschef Wagner die Verantwortung für das Inlandsgeschäft an Egner abgeben. Wagner solle künftig lediglich das erstmals im ersten Halbjahr 2001 profitabel arbeitende Auslandsgeschäft mit knapp einem Drittel des Konzernumsatzes von zuletzt 2,5 Milliarden Euro verantworten. Egner beanspruche dagegen die Verantwortung für die inländischen Debitel-Aktivitäten mit mehr als zwei Drittel des Konzern-Umsatzes und das Gros des Konzern-Gewinns für sich. Ein Debitel-Sprecher sagte dazu in Stuttgart lediglich, derzeit gebe das Unternehmen keinen Kommentar ab.

Debitel zählte in Europa zuletzt rund zehn Millionen Kunden. Mit 7,6 Millionen Kunden dominiert das Inlands-Engagement im Konzern. Die Verantwortung für die Aktivitäten in Deutschland schließt die Zuständigkeit für das operative Geschäft, für die Verhandlungen mit den Mobilfunk-Netzbetreibern und für die Produktentwicklung ein. Wagner führt den sechsköpfigen Vorstand von Debitel seit März vergangenen Jahres ohne Stellvertreter, nachdem der Finanz- und Personalvorstand Herbert Kauffmann sein Amt niedergelegt hatte.

"Rückzug auf Raten"

In den Kreisen werden die Planungen für die neue Aufgabenverteilung und die Berufung des bei Debitel als "lebenslustig" beschriebenen Egner als schleichende Entmachtung von Unternehmenschef Wagner gedeutet. "Dies könnte ein Rückzug auf Raten von Peter Wagner sein", hieß es in den Kreisen. Zudem wird darauf verwiesen, dass Wagner und Egner deutlich unterschiedliche Manager-Charakter seien.

Mehr als 94 Prozent der Debitel-Aktien sind im Besitz der Swisscom. Der Telekom-Konzern aus der Schweiz hatte auf den Wert seiner Mitte 1999 erworbenen Beteiligung an Debitel Mitte Februar eine Abschreibung in Höhe von 1,1 Milliarden Schweizer Franken vorgenommen.

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