Acht Euro pro Aktie
Apax fährt Saban in die Parade

Der US-Milliardär Haim Saban hat in letzer Minute Konkurrenz für sein Angebot zum Kauf von Deutschlands größtem TV-Konzern ProSiebenSat.1 bekommen.

rtr FRANKFURT. Die Beteiligungsfirma Apax Partners habe dem Gläubigerausschuss der insolventen Pro Sieben Sat.1-Muttergesellschaft Kirch Media vor dessen Sitzung am Dienstag ein Angebot vorgelegt, sagte ein Apax-Sprecher am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. "Wir bieten acht Euro je Pro Sieben Sat.1-Stammaktie", fügte er hinzu.

Apax bietet damit mehr als Saban, der nach Angaben aus verhandlungsnahen Kreisen 7,50 Euro bezahlen will. In Bieterkreisen hieß es, das Apax-Angebot werde von der HVB (Hypo-Vereinsbank) unterstützt, die als Kirch Media-Gläubigerbank auch im Gläubigerausschuss vertreten ist. Bei der HVB war zunächst keine Stellungnahme zu erreichen. Eine Sprecherin der Saban-Gruppe lehnte einen Kommentar ab.

Der in Ägypten geborene Unternehmer Saban versucht zum zweiten Mal, als erster Ausländer in großem Stil in den deutschen Medienmarkt einzusteigen. Der erste Anlauf war Anfang Juni nach zähen Verhandlungen mit dem Kirch Media-Management und den Gläubigerbanken gescheitert, unter anderem an der Frage der Finanzierung der Übernahme. Nun hat Saban fünf Finanzinvestoren mit im Boot und will nach Angaben aus verhandlungsnahen Kreisen früher zahlen sowie den Baranteil erhöhen. Dem Angebot, das bis am Dienstagmorgen alleine dastand, wurden deshalb gute Chancen eingeräumt. Verträge könnten bereits am Mittwoch unterschrieben werden, hatte es geheißen.

Chancen des Konkurrenzangebotes unklar

Die Beteiligungsfirma Apax Partners arbeitete nach Angaben aus verhandlungsnahen Kreisen zunächst zusammen mit der Beteiligungsfirma Carlyle Group mit Hochdruck an einem Konkurrenzangebot. Carlyle habe sich dann aber vor allem aus rechtlichen Gründen zurückgezogen, weil die Gruppe früher im Bieterverfahren auch einmal auf Sabans Seite gestanden hatte.

In verhandlungsnahen Kreisen hieß es allerdings, das Angebot von Apax sei an Bedingungen geknüpft. Kirch Media und Vertreter der Gläubiger hatten im Vorfeld der Ausschusssitzung jedoch deutlich gemacht, keine Bedingungen akzeptieren zu wollen. Außerdem könnte Apax kartellrechtliche Probleme bekommen, weil die Gruppe auch an Kabelgesellschaften in Deutschland beteiligt ist. Unklar blieben damit die Erfolgschancen des Angebots.

Die Vorzugsaktien von ProSiebenSat.1, die am Vormittag mehr als fünf Prozent verloren hatten, drehten nach der Meldung ins Plus und gewannen knapp ein Prozent auf 6,77 Euro.

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