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Acht Tote bei Anschlag in Jakarta

Bei einem Autobombenanschlag mutmaßlicher islamischer Extremisten auf die australische Botschaft in der indonesischen Hauptstadt Jakarta sind mindestens acht Menschen getötet worden. Mehr als 160 Menschen wurden am Donnerstag durch die gewaltige Explosion verletzt.

dpa JAKARTA. Bei einem Autobombenanschlag mutmaßlicher islamischer Extremisten auf die australische Botschaft in der indonesischen Hauptstadt Jakarta sind mindestens acht Menschen getötet worden. Mehr als 160 Menschen wurden am Donnerstag durch die gewaltige Explosion verletzt.

Australien und Indonesien vermuten die radikalislamische Gruppe Jemaah Islamiyah als Drahtzieher der Bluttat. Der australische Außenminister Alexander Downer sprach von einem gezielten Angriff gegen sein Land. Der Sprengsatz explodierte nur vier Meter vom stark gesicherten Tor der diplomatischen Vertretung entfernt und riss einen drei Meter tiefen Krater. Viele Scheiben des Gebäudes gingen zu Bruch. Die unmittelbare Umgebung der Botschaft war von Trümmern übersät. Durch die Wucht der Detonation wurden auch benachbarte Häuser stark beschädigt. "Wir sind glücklich, am Leben zu sein", sagte die Angestellte Yuni Sasi (27), die in der Nähe arbeitet. Die Explosion war noch in mehreren Kilometern Entfernung zu hören gewesen.

Indonesiens Polizeichef Da'i Bachtiar machte einen gesuchten Bombenexperten mit Namen Azahari für die Bluttat verantwortlich. Azahari wird der Jemaah Islamiyah zugerechnet, die auch hinter dem Selbstmordanschlag auf ein Luxushotel in Jakarta stecken soll, bei dem im August vorigen Jahres 13 Menschen starben. Zudem soll der verheerende Anschlag auf der Ferieninsel Bali im Oktober 2002 auf ihr Konto gehen, der 202 Menschen das Leben kostete. Das Attentat vom Donnerstag ähnele denen von Bali und auf das Marriott, sagte Bachtiar.

Die indonesische Präsidentin Megawati Sukarnoputri rief die Bevölkerung angesicht des Anschlages zur Einheit im Kampf gegen den Terrorismus auf. "Wir verurteilen scharf die Taten der Terrorgruppen, die so viele Opfer gefordert haben."

Bundesaußenminister Joschka Fischer verurteilte ebenfalls den Terrorakt. Alle Länder, die Frieden wollten, müssten jetzt im Kampf gegen den Terrorismus zusammenstehen, sagte Fischer nach einem Treffen mit seinem tschechischen Amtskollegen Cyril Svoboda in Berlin. Auch Svoboda betonte, der Terror müsse auf internationaler Ebene bekämpft werden. Informationen über die Terroristen müssten Länder übergreifend gesammelt werden. Das Bundesaußenministerium hatte erst am Dienstag seine Reisewarnung für Indonesien aktualisiert und Touristen zur Vorsicht aufgerufen.

"Dies ist keine Nation, die sich von Terrorakten einschüchtern läßt", sagte der australische Regierungschef John Howard. Außenminister Downer reiste noch am Donnerstag in Begleitung von Geheimdienstchef Denis Richardson und sieben Bombenexperten nach Jakarta. Zwar wisse man noch nicht, wer für die Explosion verantwortlich sei. "Aber unser Verdacht richtet sich natürlich gegen Jemaah Islamiyah." Bei dem Anschlag auf zwei Nachtclub auf Bali waren mehr als 80 australische Touristen getötet worden.

Der Anschlag ereignete sich wenige Wochen vor wichtigen Wahlen in Australien und Indonesien. Während auf dem Fünften Kontinent am 9. Oktober ein neues Parlament bestimmt wird, steht in Indonesien am 20. September die Stichwahl zum Präsidentenamt an.

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