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Acht Tote und Überschwemmungen durch 'Ivan' - Bush erklärt Notstand

Hurrikan "Ivan" hat die amerikanische Golfküste mit Meter hohen Wellen und heftigsten Niederschlägen unter Wasser gesetzt. In Florida kamen mindestens acht Menschen durch eine Serie von Tornados ums Leben, die sich plötzlich an der Ostfront des Sturmtiefs gebildet hatten.

dpa-afx MOBILE. Hurrikan "Ivan" hat die amerikanische Golfküste mit Meter hohen Wellen und heftigsten Niederschlägen unter Wasser gesetzt. In Florida kamen mindestens acht Menschen durch eine Serie von Tornados ums Leben, die sich plötzlich an der Ostfront des Sturmtiefs gebildet hatten.

Mit einem geschätzten Schaden von bis zu zehn Mrd. $ allein in den USA wäre "Ivan" der verheerendste Hurrikan seit "Andrew", der die Versicherungen 1992 in Florida 20 Mrd. $ kostete. Die Ölpreise zogen auf den Weltmärkten an. Im Golf von Mexiko, wo 6,5 % des US-Öl-Verbrauchs produziert werden, mussten die Ölarbeiter von den Plattformen evakuiert werden. Der Ausstoß musste um 75 % gedrosselt werden. In New York wurden Oktoberkontrakte für 44,13 $ pro Barrel gehandelt, 55 Cents mehr als am Vortag.

Bush Erklärt IN drei Bundesstaaten DEN Notstand

Präsident George W. Bush erklärte in Alabama, Mississippi und Louisiana den Notstand. Damit wurden Bundesmittel frei, um tausenden Menschen in Notunterkünften zu helfen.

In den Südstaaten rechneten Baumwoll- und Erdnussfarmer mit einen Totalausfall der Ernte. "Die Baumwollefarmer hat es zum schlimmstmöglichen Zeitpunkt getroffen", sagte William Birgsong, Sprecher eines Bauernverbandes in Alabama. Es seien erst fünf Prozent der Ernte eingebracht gewesen. Die Erdnussfarmer fürchten, dass ihre Ernte in den überschwemmten Böden verrotten könnte.

'Ivan' Zieht Richtung Nordosten

In Gulf Shores in Alabama, nahe der Stelle, an der der Hurrikan in der Nacht zu Donnerstag an Land gekommen war, machten neun Alligatoren die Straßen unsicher. Sie waren bei dem Sturm aus dem Zoo entkommen. Nur einer war bis zum Nachmittag eingefangen worden.

Der Sturm zog am Donnerstag geschwächt in Richtung Nordosten. In der Nacht peitschte der Wind mit bis zu 200 Kilometern in der Stunde über das Land. Auf dem Weg nach Norden schwächten sich die Böen auf rund 120 Kilometer in der Stunde ab.

Unter Wasser

Schwere Überschwemmungen meldete der Ort Gulf Shores. "Der Golf von Mexiko hat praktisch 800 Meter Land geschluckt", berichtete ein Reporter vor Ort. Die Straßen standen bis zu einem Meter unter Wasser. In Mobile, wo das Auge des Sturms auf Land traf, standen die Straßen ebenfalls unter Wasser. Entlang der Küste waren über hunderte Kilometer stundenlang teils mehr als fünf Meter hohe Wellen an die Strand geschlagen. Von Florida bis Louisiana wurden tausende Bäume entwurzelt. Hunderttausende Menschen waren ohne Strom.

New Orleans wurde vom Schlimmsten verschont. Das Wasser schwappte durch die aufgepeitschte See zwar in mehrere Straßen, doch hielten sich die Niederschläge entgegen den Erwartungen in Grenzen. Die Einwohner hatten ihre Türen zuvor mit tausenden Sandsäcken geschützt. New Orleans liegt weitgehend unter dem Meeresspiegel. Eine hohe Flutwelle hätte verheerende Folgen gehabt.

VOR 'Ivan' Kamen Schon Charley' UND 'Frances'

Für Florida war dies der dritte verheerende Hurrikan innerhalb von vier Wochen. "Charley" und "Frances" hatten die Ost- und Westküste des Bundesstaates heimgesucht. "Ivan hatte die Kraft von Charley und die Größe von Frances", sagte die stellvertretende Gouverneurin Toni Jennings. "Wir fühlen mit allen, die viel verloren haben", sagte Gouverneur Jeb Bush am Donnerstag.

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