Acht Wochen Pause
Carsten Jancker steht weiter zum Verkauf

Der FC Bayern München will trotz der schweren Verletzung von Roque Santa Cruz seine Personalpolitik nicht ändern.

HB MÜNCHEN. Obwohl nach dem Ausfall des 20 Jahre alten Stürmers zur Zeit nur noch vier Stürmer im Kader sind, steht Nationalspieler Carsten Jancker beim deutschen Fußball-Rekordmeister weiterhin zum Verkauf. "Daran hat sich nichts geändert. So etwas wird unabhängig von Verletzungen geplant", sagte Pressesprecher Markus Hörwick am Mittwoch. Santa Cruz hatte sich beim Testspiel gegen die deutsche U19-Auswahl am Sonntag das Innen- und Außenband sowie die Kapsel im rechten Knöchel eingerissen und wird vermutlich acht Wochen ausfallen.

Die genaue Diagnose der Verletzung des Nationalspielers aus Paraguay hatte zwei Tage auf sich warten lassen, da ein Bluterguss detaillierte Untersuchungen zunächst verhindert hatte. Erst am Dienstagabend konnte Bayern-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt zumindest bedingt Entwarnung geben. Santa Cruz muss zwar vier Wochen Gips tragen, eine Operation ist allerdings nicht notwendig. Dem FC Bayern werden beim Bundesligastart am 10. oder 11. August bei Borussia Mönchengladbach mit Giovane Elber, Claudio Pizarro und Alexander Zickler vermutlich nur drei echte Angreifer zur Verfügung stehen. Carsten Jancker könnte den Verein für eine Ablöse von fünf Millionen Euro sofort verlassen und steht laut seines Beraters Roland Grahammer unmittelbar vor einem Wechsel zu Udinese Calcio. Bei den Bayern hat der italienische Erstligist laut Hörwick aber noch nicht offiziell angefragt. Auch vom zweiten Bewerber Galatasaray Istanbul liegt noch kein Angebot vor.

Nach den Misstönen der vergangenen Tage mit der Vereinsführung um Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge hat Ottmar Hitzfeld derweil nochmals versucht, seine Position als Trainer zu stärken. "Franz, Kalle, Uli sind alle Experten. Aber ich muss den Kopf hinhalten. Ich mache das, was ich verantworten kann. Dass ich mit meinem Gewissen im Reinen bin. Ich stelle so auf, dass wir gewinnen", sagte Hitzfeld der "Sport-Bild" (Mittwoch-Ausgabe). Manager Hoeneß ("keine Ausreden mehr") und AG-Chef Rummenigge ("stärkster Bayern-Kader aller Zeiten") hatten den Gewinn der deutschen Meisterschaft als klares Ziel ausgegeben und Hitzfeld öffentlich unter Druck gesetzt.

Allerdings ist sich der 53-Jährige, dem nach eigener Aussage Angebote von renommierten Vereinen vorlagen, ohnehin der in ihn gesetzten Erwartungen bewusst. "Das ist die Realität. Der Titel ist ein Auftrag", sagte der Erfolgscoach. Hitzfeld kündigte an, dass die Bayern attraktiver spielen werden als in der enttäuschenden Vorsaison: "Wir werden Doppelpässe sehen, auch die Hacke. Das gehört dazu." Allerdings will er für die ansehnliche Spielweise nicht den Erfolg opfern. "Wenn es Zauberei sein soll, bin ich der falsche Trainer", sagte Hitzfeld.

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