Achtelfinal-Aus nach desolater Leistung
Pavel schickt Haas in den Urlaub

Thomas Haas ist bei Florida-Wetter in Paris mit einer desolaten Leistung baden gegangen und kann vor der Rasensaison ein paar zusätzliche Urlaubstage genießen.

dpa PARIS. Die Nummer 3 der French Open verlor am Sonntag sein Achtelfinalmatch gegen den Rumänen Andrei Pavel mit 1:6, 6:7 (9:11), 4:6 und schied nach einer desolaten Leistung als letzter von 14 gestarteten deutschen Tennisprofis aus.

Nach 2:39 Stunden war sein Traum vom Viertelfinale gegen den Spanier Alex Corretja ausgeträumt. Immerhin konnte der 24-jährige Hamburger, der seit Jahren in Florida lebt, sein bestes Ergebnis beim Sandplatz-Klassiker im Stade Roland Garros verbuchen.

"Alles ist möglich", hatte Haas nach seinen drei ersten Erfolgen beim zweiten Grand-Slam-Turnier dieses Jahres betont. Doch die vierte Hürde war viel zu hoch für den Halbfinalisten der Australian Open und der Auftritt wurde sogar zum Debakel. Im ersten Satz erteilte ihm Pavel eine Lehrstunde, die genau 26 Minuten lang war: Der Olympia- Zweite Haas bekam keinen Fuß auf den roten Sand und fast keinen Ball ins Feld. Seine ersten fünf Aufschlag-Spiele gab der Deutsche komplett ab, erst sein sechstes Service brachte er nach 49 Minuten durch - zum 1:3 im zweiten Satz.

"Tommy, Tommy"-Rufe der Fans brachten Haas auch nicht ins Match zurück, wütend schleuderte er sein Racket weg, traf fast den Stuhlschiedsrichter und kassierte prompt eine Verwarnung. Die zweite folgte, als er nach drei vergebenen Satzbällen im Tiebreak des zweiten Durchgangs die Nerven verlor und die gelbe Filzkugel in den blauen Himmel drosch. Der 28-jährige Pavel bot dagegen seine beste Turnierleistung und glich in seiner Matchbilanz mit Haas zum 3:3 aus.

24 Stunden vor dem Haas-Desaster glänzte ein Amerikaner in Paris. Mit Sandplatz-Tennis vom Allerfeinsten deklassierte André Agassi am Samstag den spanischen Jungstar Tommy Robredo und stand nach einem 6:2, 6:4, 6:2-Sieg im Achtelfinale. Nach 1:35 Stunden war das ungleiche Duell des ältesten (Agassi/32) mit dem jüngsten (Robredo/20) noch im Turnier befindlichen Spieler entschieden.

"Das war ein großes Match für mich, weil Robredo sicherlich der härteste Prüfstein bisher war", meinte Agassi. "Ich bin nun ziemlich zuversichtlich. Aber da kommen noch einige, die ich schlagen muss", so der Paris-Sieger von 1999, "und jeder Tag ist ein neuer Tag." Am Montag muss der siebenmalige Grand-Slam-Gewinner gegen den Franzosen Paul-Henri Mathieu antreten.

Jennifer Capriati hatte es ihrem Landsmann grandios vorgemacht: Die Titelverteidigerin gewann in nur 52 Minuten ihr Drittrundenmatch gegen die Australierin Evie Dominikovic mit 6:3, 6:1. Unabhängig vom Ausgang wird Capriati nach dem zweiten Grand-Slam-Turnier der Tennis- Saison die Führung in der Weltrangliste allerdings verlieren. Neue Nummer 1 wird am 10. Juni wieder Venus Williams (USA) sein, die in Roland Garros ebenso wie ihre jüngere Schwester Serena die Runde der besten 16 erreicht hat.

Prominenteste Zuschauerin auf dem Court Philippe Chatrier war am Samstag Steffi Graf. Zum ersten Mal seit Beginn des Turniers saß die sechsmalige Paris-Gewinnerin auf der Tribüne, um ihrem Ehemann die Daumen zu drücken. Und es half: Agassi bot eine exzellente Vorstellung, spielte traumwandlerisch sicher und riss die Fans immer wieder zu Beifallsstürmen hin.

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