Achterbahnfahrt an der Börse
Standardwerte unter Abgabedruck

Unter dem Druck eines schwachen Konjunkturausblicks der US-Notenbank und starker Verluste der Finanzwerte hat der Deutsche Aktienindex (Dax) am Mittwoch deutlich schwächer geschlossen. Die Auswirkungen der am Vorabend bekannt gegebenen Neuordnung der deutschen Indizes wurden von der allgemein schlechten Börsenstimmung überschattet.

Reuters FRANKFURT. Börsianern zufolge verstärkten sich die Sorgen der Anleger vor einem erneuten Abrutschen der USA in eine Rezession. Die Fed hatte am Vorabend die Leitzinsen erwartungsgemäß unverändert gelassen, jedoch erstmals seit dem Frühjahr wieder vor einer Abschwächung der Wirtschaft gewarnt. Der Aktienstratege Christian Kahler von der DZ Bank sagte jedoch, er halte diesen so genannten "Double Dip" für unwahrscheinlich. Dennoch befürchteten immer mehr Marktteilnehmer einen Fall des Deutschen Aktienindex (Dax) unter die Marke von 3 000 Punkten, ergänzte der Händler Florian Weber von Börsenmakler Schnigge.

Der Dax schloss am Mittwoch 2,5 % niedriger bei 3 589,92 Zählern, während am Neuen Markt der Auswahlindex Nemax 50 sogar um 2,9 % auf 470,98 Punkte fiel. Der Nebenwerte-Index MDax lag unterdessen 1,1 % im Minus bei 3 337,99 Stellen. Der Dow Jones Euro Stoxx 50 der größten europäischen Aktien gab um drei Prozent auf 2 650,24 Zähler nach.

An der Wall Street tendierte der Dow Jones bei Börsenschluss in Deutschland 0,2 % fester bei 8 497 Stellen, während der technologielastige Nasdaq-Index um 2,1 % auf 1 296 Punkte stieg.

Anleihen und Gold im Aufwind

Von den trüben Konjunkturaussichten profitierten derweil die internationalen Anleihen. Der richtungsweisende Bund-Future stieg zeitweise sogar auf ein Kontrakthoch von 111,89 Punkten. Die zehnjährige Bundesanleihe verbuchte ebenfalls kräftige Gewinne. Gold erhielt Händlern zufolge derweil zusätzliche Unterstützung von der anhaltenden Schwäche des Dollar.

Dresdner Bank belastet Allianz

Die Aktien der Allianz verloren 2,8 % auf 125,88 Euro. Trotz der kürzlich veröffentlichten Prognosekorrektur, zeigten sich Börsianer von der Höhe der Verluste und von der angekündigten Verdoppelung der Risikovorsorge bei der Dresdner erstaunt. Die anhaltende Börsenflaute hat dem Allfinanzkonzern im ersten Halbjahr einen Milliarden-Verlust im Bankgeschäft beschert.

Unterdessen fiel der Branchenindex für den Bankensektor im Dax um 2,6 %. Marktteilnehmer machten unter anderem den Einfluss der schwachen Geschäftszahlen der Schweizer Großbank CS Group hierfür verantwortlich. Außerdem gebe es Befürchtungen am Markt, dass nun auch die anderen Banken dem Vorbild der Dresdner folgen und ihre Risikovorsorge deutlich anhöben.

Eon relatv stabil - T-Aktie von Voicestream belastet

Die Aktien von Eon gaben indes lediglich um 1,5 % auf 50,65 Euro nach. Der Energiekonzern hat sein Betriebsergebnis im ersten Halbjahr deutlich gesteigert und dabei die Erwartungen der Analysten leicht übertroffen. Die anhaltende Unsicherheit über die geplante Ruhrgas-Übernahme sorge aber für einige Zurückhaltung, sagten Händler.

Derweil profitierten die Papiere der Deutschen Telekom nur kurzzeitig von der deutlichen Verringerung des Nettoverlustes bei der US-Mobilfunktochter Voicestream im abgelaufenen Quartal. Händlern zufolge hätten sich einige Anleger offenbar ein noch besseres Ergebnis erhofft. Die T-Aktie schloss 4 % im Minus bei 10,42 Euro.

Gewinnmitnahmen bei Thiel

Am Neuen Markt verbuchten indes die Titel von Thiel einen Kursrutsch von 20 % auf 5,60 Euro. Händler sagten, es handele sich um erneute Gewinnmitnahmen. Am Vortag hatte der neue Thiel-Großaktionär Delton bekannt gegeben, keine weiteren Anteile des Logistik-Dienstleisters am Markt kaufen zu wollen. Der Wert des Papiers hat sich seit Mitte Juli fast verdreifacht.

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