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Achterbahnfahrt an der Wall Street

Die Wall Street hat einen turbulenten Handelstag hinter sich. Mal im Minus, mal im Plus, die Indizes zeigten sich in allen Farben. Quartalsergebnisse bei Philip Morris und Eastman Kodak, die Gewinnwarnung bei Cisco und Kommentare zahlreicher Brokerhäusern sorgten für die Achterbahnfahrt auf dem Parkett. Zum Handelsschluss investierten die Anleger noch einmal kräftig in vereinzelte Werte. Sowohl der Dow Jones als auch der Nasdaq Index gingen mit Kursgewinnen aus dem Rennen.

Mit unerwarteter Gelassenheit reagierten Investoren am Dienstag auf die Gewinnwarnung von Cisco. Positive Analystenstimmen stützten die Aktie, nachdem der weltgrößte Netzwerkkonzerns am Montag nach Handelsschluss vor enttäuschenden Umsatzzahlen für das dritte Quartal gewarnt hatte. Stimmen wurden wieder lauten, nach denen die Märkte den Boden bald gefunden haben dürften. Anleger reagierten auf Ciscos Gewinnwarnung wenig überrascht. Die befürchtete Verkaufswelle blieb aus.

Goldman Sachs, Lehman Brothers und Credit Suisse sorgten zusätzlich für Zuversicht. Mit dem dritten Quartal dürfte Cisco nun das Schlimmste hinter sich gebracht haben, lautete die Hoffnung. Die Gewinnwarnung treffe die Investoren zudem nicht aus heiterem Himmel. Während Cisco den Handelstag mit Kursverlusten beschloss, könnten einige Konkurrenten durchatmen. Juniper Networks, JDS Uniphase und Ciena notierten im Plus.

Auch die Komponentenhersteller für den Netzwerksektor konnten sich von frühen Kursverlusten erholen. Solectron, Celestica, Jabil und Flextronic, die fast alle über zehn Prozent ihrer Umsätze durch Aufträge von Cisco generieren, notierten im Plus. Der Turnaround hatte sich nach einer Reihe positiver Analystenkommentare abgezeichnet. Denn Ciscos Vorhaben, mehr als zwei Milliarden der Lagerbestände abzuschreiben, sei nahezu atembrauend, so Goldman Sachs. Mit der Bereinigung der Bilanz könnte sich die Auftragslage für die Komponentenzulieferer wieder verbessern. Die Experten von J.P. Morgen greifen dem Sektor ebenfalls unter die Arme.

Doch nicht allein auf den Netzwerksektor warfen die Anleger am Dienstag ein Auge. Gespannt warteten die Anleger auf dem Chipsektor auf die Quartalsergebnisse von Texas Instruments und Intel. Beide Chipkonzerne werden die Daten Dienstagabend nach Handelsschluss melden. Während sich die Anleger bei Texas Instruments zuversichtlich zeigten und die Aktie ins Plus hievten, büßte Intel an Wert ein.

Interessante Neuigkeiten bewegten am Dienstag auch den Internetsektor. Yahoo stellte den Investoren den Nachfolger für Tim Koogle vor. Terry Semel, der bis 1999 im Vorstand von Warner Brothers Entscheidungen fällte, wird nun Chairman und Vorstandsvorsitzender von Yahoo. Obwohl Semel in der Unterhaltungsbranche respektiert wird und über ein gutes Netzwerk verfügt, stellt die Credit Suisse First Boston die Wahl von Koogles Nachfolger in Frage. Geringe Managementerfahrung im internationalen Bereich und mangelndes Hightech Know-how könnten ein Hindernis darstellen. Die Aktie verliert an Wert, während Amazon, eBay und Priceline an Werte zulegen.

Positiv reagierten die Anleger auch auf die Quartalszahlen von Johnson & Johnson. Der Pharma- und Medizintechnikkonzern konnte den Gewinn im ersten Quartal um 14 Prozent steigern. Der Gewinn lag mit 1,06 Cents je Aktie ein Cents über den allgemeinen Analystenschätzungen. Der Umsatz stieg um 6,5 Prozent auf 7,79 Milliarden Dollar. Neben Johnson & Johnson notiert auch Merck im Plus.

Auch Biotechnologieunternehmen erfreuen sich heute der zunehmenden Beliebtheit der Anleger. Amgen, Immunex und Biogen legten an Wert zu. Anleger schichteten ihr Kapital am Morgen von Technologiewerten zugunsten der Pharma- und Biotech-Titel um

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Auch Philip Morris steht nach dem verlängerten Osterwochenende auf der Einkaufsliste der Investoren. Der Tabak- und Lebensmittelgigant konnte die Analystenerwartungen im ersten Quartal mit einem Gewinn von 95 Cents pro Aktie um einen Cent schlagen. Der Umsatz stieg um elf Prozent. Die Aktie schloss im Plus.

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