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Achterbahnfahrt an der Wall Street

Klassischer kann eine Achterbahnfahrt an der Börse kaum aussehen. In der abgelaufenen Woche drehten die Vorzeichen an der Wall Street täglich. Quartalszahlen waren dabei das bestimmende Thema. Gute Ergebnisse wurden belohnt, und miese Zahlen wurden von Investoren dementsprechend mit Kursverlusten abgestraft. Eine erste Bilanz: bisher verläuft die Ertragssaison lausig.

Die Flut der Unternehmensmeldungen wurde am Mittwoch von Notenbankchef Alan Greenspan unterbrochen. Der Herr der Zinsen befürchtet, dass die US-Konjunktur im laufenden Jahr geringer wachsen wird, als noch im April von ihm erwartet worden war. Kleines Trostpflaster: Greenspan hat die Bereitschaft signalisiert, gegebenenfalls erneut die Zinsen zu senken.

Zum Wochenauftakt belasteten Chipaktien die Märkte. Die Ankündigung von Intel, Preise für Prozessoren zu senken, zeigte einmal mehr, dass die Branche in einer tiefen Krise steckt. Quartalszahlen aus dem PC-Sektor, wie von IBM und Gateway, konnten den US-Anlegern zudem keinen triftigen Grund liefern, derzeit Computeraktien zu kaufen. Analysten gehen davon aus, dass erst der PC-Sektor drehen muss, bevor auch Chip- und Softwareunternehmen wieder in die Gänge kommen. Diesen Trend bestätigte der Softwarekonzern Microsoft am Donnerstag. Im vierten Quartal konnten die Prognosen noch eingehalten werden, aber im ersten Quartal wird Bill Gates mit seinen Geschäftszahlen voraussichtlich an den ursprünglichen Erwartungen vorbeirauschen.

Nahezu gelassen reagierten die Börsianer auf die Neuigkeiten von Nortel Networks. Der Telekomausrüster musste im zweiten Quartal einen Nettoverlust in Höhe von 19,4 Milliarden Dollar hinnehmen. Laut dem Management sei zudem nicht vor Mitte des nächsten Jahres mit einem Anstieg weiterer IT-Investitionen von Kundenseite zu rechnen. Ein trüber Ausblick. Nortel war erst am Donnerstag auf ein neues 52-Wochentief gefallen, doch der Aktie blieb zum Wochenausklang ein weiterer Absturz erspart.

Aber auch diese Ertragssaison hat ihre lichten Momente. Sogar aus dem weiteren Computerumfeld gab es gute Nachrichten. Der Serverhersteller Sun Microsystems konnte im vierten Quartal die Prognosen übertreffen. Kleiner Schönheitsfehler: Firmenchef Scott McNealy hat keinen Ausblick auf das kommende Geschäftsjahr abgegeben.

Erfreulich fiel das Ergebnis von Ebay aus. Das Internetunternehmen hat nun bereits zum siebten Mal in Folge die Gewinnschätzungen der Analysten getoppt. Das Geschäft des Online-Auktionshauses ist gut verlaufen. Alle sechs Minuten wird über die Ebay-Seite ein Diamantring verkauft. Alle 90 Sekunden wechselt eine Digital-Kamera ihren Besitzer. Alle 30 Sekunden wird ein PC und alle drei Sekunden ein Kleidungsstück auf den Seiten versteigert.



Der Dow Jones Index legte im Wochenvergleich 0,35 Prozent auf 10 576 Punkte zu. Der Nasdaq Index gab dagegen 3,64 Prozent auf 2029 Zähler ab.

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