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Achterbahnfahrt ins Wochenende

New Yorks wichtigste Indizes legten zum Start eine Achterbahnfahrt hin: Sie starteten zunächst im grünen Bereich, drehten dann aber schon bald nach dem Eröffnungsklingeln ins Minus. Der Dow Jones schaffte es wieder ins Plus, zu den größten Gewinnern gehörten Procter & Gamble und Philip Morris. Den Nasdaq zogen vor allem Exodus Communication, die schon den zweiten Tag in Folge verloren, und Siebel Systems nach unten.

Die Software-Aktie hatte mit negativen Analystenkommentaren zu kämpfen. "Die Lage im Software-Sektor wird sich wahrscheinlich verschlechtern", schreiben die Aktienexperten von Goldman Sachs. Die Experten reduzieren ihre Gewinnaussichten gleich für mehrere Firmen. So werden beispielsweise die Ertragsprognosen für Oracle (2002) und Siebel Systems (2001 und 2002) gesenkt. Dieser Schritt erfolge bewußt, bevor die beiden Unternehmen ihre Quartalszahlen präsentieren, denn schon jetzt zeichne sich ab, dass die bisherigen Schätzungen "zu optimistisch" seien. Auch Oracle verlor im frühen Handel. Ein kleiner Lichtblick kommt zum Wochenende aus dem Chipsektor. Laut dem Marktforschungsunternehmen

Gartner Dataquest haben Untersuchungen ergeben, dass die Nachfrage für einige Halbleiter in Europa und der asiatisch-pazifischen Region steige. Das gelte vor allem für Chips in Mobilfunkgeräten, Computer-Motherboards und Laptops. Entwarnung gibt Dataquest jedoch noch nicht.
Im Sinkflug befindet sich US Airways bereits mit vier Prozent. Die Fluggesellschaft hat am Morgen eine Gewinnwarnung ausgesprochen. Der Carrier wird im dritten Quartal einen Verlust von 160 Millionen Dollar einfliegen.

Verhalten werden neue Konjunkturdaten aufgenommen. Die Erzeugerpreise sind im Juli um 0,9 Prozent gefallen. Experten hatten im Vorfeld durchschnittlich mit einem Rückgang um 0,3 Prozent gerechnet. Im Vormonat waren die Produzentenpreise bereits um 0,4 Prozent gefallen. Die Kernrate, der Preisindex ohne die Bereiche Lebensmittel und Energie, ist im Juli um 0,2 Prozent gestiegen. Der Rückgang der Erzeugerpreise ist vor allem auf die geringeren Preise für Benzin, Computer und Autos zurückzuführen. Analysten zufolge sei die Sorge vor deflationären Tendenzen überzogen. Klar ist: Inflation ist in den USA derzeit kein Thema. Da warten die Marktteilnehmer eher auf die Zahlen des Einzelhandels, die Anfang nächster Woche veröffentlicht werden. Die Kosumlaune der US-Bürger hat immer noch den größten Einfluß auf das Wohlergehen der Wirtschaft.

Zumindest eine leichte Entspannung gibt es dagegen bei Philip Morris. Der Tabakkonzern hat einen Teilerfolg vor einem Gericht in Kalifornien erzielt. Strafen, die an einen krebserkrankten Raucher gezahlt werden sollen, wurden von dem zuständigen Richter deutlich reduziert. Goldman Sachs rät Anlegern, die gesamte Tabakbranche in ihren Portfolios überzugewichten.

Bereits von einem einfachen Erfolg geträumt haben amerikanische Pharmakonzerne. Die Nachricht, dass die deutsche Bayer AG ein Cholesterinmittel vom Markt nimmt, hat die US-Firmen bereits an die Neuverteilung der freigewordenen Marktanteile denken lassen. Diesem Vorhaben könnte die Europäische Union einen Strich durch die Rechnung machen. Die EU hat angekündigt, auch die amerikanischen Cholesterinmittel unter die Lupe zu nehmen.

Wenig erfreuliche Nachrichten kommen aus dem Einzelhandel. Die größte Bekleidungskette in den USA, Gap, hat angekündigt, 1.040 Angestellte zu entlassen. Weitere 560 derzeit nicht besetzte Stellen sollen zudem gestrichen werden. Grund: die Kosten sollen gesenkt werden.

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