Ackermann landet im Sprint-Wettbewerb auf dem zweiten Platz
Lajunen ist König der Kombinierer

Kombinations-Star Ronny Ackermann hat in der Loipe von Soldier Hollow trotz einer couragierten Laufleistung den Griff zum olympischen Gold verpasst. Bei der olympischen Premiere des Sprint-Wettbewerbes durfte sich der 24 Jahre alte Oberhofer aber mit Silber und der ersten deutschen Einzel-Medaille seit 22 Jahren trösten.

HB/sid SOLDIER HOLLOW. Zum "König der Kombinierer" krönte sich der Finne Samppa Lajunen. Als zweiter Athlet der Geschichte nach Ulrich Wehling hat der 22-Jährige nun drei Olympiasiege auf dem Konto. "Das war mein bestes Rennen bei den Olympischen Spielen. Ich war sehr locker, aber die Bedingungen waren sehr gut und ich hatte keine Chance, Lajunen zu holen. Aber ich bin dennoch überglücklich", sagte der "Rotfuchs", der bereist im Teamwettbewerb mit Silber dekoriert worden war. Sein Rückstand auf den überragenden Finnen betrug am Ende neun Sekunden. Bronze gewann der Österreicher Felix Gottwald.

Junioren-Weltmeister Björn Kircheisen (Johanngeorgenstadt) stürmte von Platz 15 am Start auf Rang neun im Ziel. Jens Gaiser (Mitteltal-Obertal) wurde 19. Marcel Höhlig (Oberhof) war als Achter des Springens aussichtsreich in die Loipe gegangen, belegte aber mit 1:52 Minuten nur Platz 25. Ihn hatte allerdings eine Erkältung geschwächt

Ackermann war nach einem 124,5-Meter-Sprung von der Großschanze als Zweiter mit 15 Sekunden Rückstand auf Lajunen (126, 5 Meter) in die Loipe gegangen. "15 Sekunden Vorsprung wären besser. Aber wenn der Ronny einen guten Ski erwischt, kann er es packen", meinte Chefcoach Weinbuch. Ackermann und Co. testeten noch bis in den späten Donnerstag abend Laufski und spielten anschließend wie gewohnt bis gegen 23 Uhr Karten. Das zahlte sich nicht ganz aus. Ackermann hatte bereits zur Hälfte des Rennens bei der 3,7-km-Marke weitere Sekunden auf den Finnen verloren und konnte den Rückstand trotz eines straken Endspurts nicht mehr wettmachen.

Der dreimalige Olympiasieger Wehling, der bei diesen Winterspielen als Renndirektor fungierte, hatte Ackermann vor dem Start dabei noch Mut zugesprochen: "Ronny hat das Potenzial, Gold zu gewinnen. Und ich bin überhaupt nicht traurig, wenn ich als letzter deutscher Medaillengewinner abgelöst werde." Nach WM-Bronze im vergangenen Jahr und Team-Silber krönte Ackermann seine bisherige Karriere mit einer weiteren Silbermedaille. "Der Ronny ist ein Typ zwischen Genie und Wahnsinn. Er kostet mich von allen die meisten Nerven", sagt Weinbuch über seinen Topmann. Der smarte Typ mit den rotgefärbten Haaren mauserte sich in den letzten Jahren jedoch von "Bruder Leichtfuß" zu einem ehrgeizigen Siegertypen. Deshalb will der fünfmalige Saisonsieger nach Olympia auch im Weltcup noch einmal angreifen. Als Zweiter hat er 131 Punkte Rückstand auf Felix Gottwald und alle Chancen als zweiter Deutscher nach seinem heutigen Coach Hermann Weinbuch (1986) den Gesamtweltcup zu gewinnen.

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