Ackermann will 2 Milliarden Euro sparen
Deutsche Bank streicht weitere 3 770 Stellen

Die Deutsche Bank setzt ihr Programm zur Kostensenkung Schritt für Schritt in die Tat um: 3 770 Stellen, je die Hälfte in den Sparten Privatkunden und Vermögensverwaltung (PCAM) sowie Investment-Banking und Firmenkundengeschäft (CIB) fallen den Sparmaßnahmen zum Opfer. Damit erhöht sich der Stellenabbau beim größten deutschen Geldinstitut auf 12 800. Das entspricht rund 13 % der Belegschaft.

po FRANKFURT/M. Andere europäische Großbanken haben bereits auf die anhaltende Schwäche der Finanzmärkte reagiert und wollen ihr Personal kräftig reduzieren. Allein die deutschen Großbanken planen 30 000 Stellen zu streichen, davon 17 000 im Inland. Die Schweizer Großbank Credit Suisse hat jetzt angekündigt, weitere 500 Stellen im Privatkundengeschäft abzubauen. Bis Jahresende müssen darüber hinaus 2 800 Investmentbanker ihren Hut nehmen.

Josef Ackermann, der seit einem Monat an der Spitze des größten deutschen Geldinstituts steht, will die Kosten in den kommenden 18 Monaten um 2 Mrd. Euro drücken. Analysten hatten bereits seit längerem mit der Ankündigung eines weiteren Stellenabbaus gerechnet. Sonst könne Ackermann seine Ziele nicht erreichen, hieß es. Metehan Sen erwartet mit Blick auf die US-Wettbewerber sogar weitere Einsparungen von 4 bis 5 % pro Jahr bis Ende nächsten Jahres.

Ackermann will die Bank nach den schwierigen Jahr 2001, das mit einem Jahresüberschuss von gerade einmal 167 Mill. Euro endete, wieder auf Profitabilität trimmen. In der Vergangenheit seien durch die Wachstumsstrategie zu hohe Kosten entstanden, betonte Ackermann am Montag in Frankfurt. Mit der schnellen Umsetzung der Maßnahmen will der Deutschbanker zudem für eine höhere Glaubwürdigkeit sorgen. Analysten rechnen bislang nach der Einschätzung des Vorstandssprechers nicht damit, dass die Deutsche Bank ihre angekündigten Ziele erreichen werden.

Die Kostenreduktion sei auch vor dem Hintergrund des Rating wichtig, betonte Ackermann. "Das Rating der Deutschen Bank ist derzeit gerade noch angemessen", erklärte er. Gegenwärtig wird die Bank von Standard & Poor?s mit "AA-" und von Moody?s mit "Aa3" bewertet. Die Noten entsprechen einer hohen Investmentqualität.

Zu Ackermanns Fitness-Programm für die Deutsche Bank zählen auch die am Mittwoch angekündigten Aktienrückkäufe, die mit Erlösen aus der Veräußerung des Beteiligungsbesitzes finanziert werden sollen. Ackermann hat sich als Ziel gesetzt, den Aktienkurs bis Ende 2003 zu verdoppeln, um in der künftigen Konsolidierung eine Rolle spielen zu können.

Von den angekündigten 9 200 Stellenstreichungen bei der Deutschen Bank entfallen rund zwei Drittel auf die Sparte PCAM. Lediglich 2 100 Arbeitsplätze werden in der Säule CIB abgebaut. Die Deutsche-Bank-Aktie legte gestern um 2,7 % auf mehr als 67 Euro zu.

Quelle: Handelsblatt

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%