Ackermann will weiter sparen
Deutsche Bank schließt Stellenabbau nicht aus

Die Deutsche Bank könnte nach Worten ihres neuen Vorstandssprechers Josef Ackermann zur weiteren Kostensenkung zusätzliche Arbeitsplätze streichen.

dpa FRANKFURT. Mit weiterem Personalabbau und massiven Kostensenkungen will der neue Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank in die Liga der zehn weltgrößten Kreditinstitute aufsteigen.

Dies kündigte Josef Ackermann am Montagabend im Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten an. "Ein weiterer Abbau von Arbeitsplätzen ist nicht auszuschließen", betonte er.

Derzeit rangiert sein Haus gemessen am Börsenwert international nur auf Position 19. Dies sei schon ein kleiner Erfolg gegenüber dem Tiefpunkt mit Rang 26. Der entscheidende Ansatz ist für den neuen Bank-Chef die Steigerung der Gewinne über Kostenreduzierung und den Verkauf von Industrie- und Finanzbeteiligungen, die nicht zum Kerngeschäft gehören.

Bislang hatte der Vorstand bekannt gegeben, dass die Konzernbelegschaft um 9200 Personen reduziert werde. Weitere Kürzungen, sofern sie in Deutschland anstünden, sollen weitgehend ohne Kündigungen erfolgen, sagte Ackermann. Auch die Auslagerung wichtiger Dienstleistungen wie die Rechenzentrale steht zur Diskussion. Darüber seien aber noch keine Entscheidungen gefallen.

Die Gründe für die aktuelle Ertrags- und Börsenschwäche der Deutschen Bank liegen nach Darstellung von Ackermann im Expansionsdrang des Instituts seit Mitte der 90er Jahre. Um Marktanteile zu kaufen und neue Geschäftsfelder zu besetzen, habe die Bank ganze Institute oder Beteiligungen übernommen. Die zusätzlichen Gewinne seien aber durch noch höhere Kosten überkompensiert worden. Diesen Trend gelte es nun ins Gegenteil zu drehen. Nur mit höheren Gewinnen und Aktienkursen könne die Deutsche Bank aus der Position der Stärke heraus agieren. Deshalb bestehe unter dem Druck der Aktienmärkte der Zwang, die Profitabilität in den Mittelpunkt zu stellen.

Dies erfordere auch vom Vorstand ein hohes Maß an Disziplin, um selbst attraktive Gelegenheiten vorübergehen zu lassen, um nicht wieder Kapital durch Zukäufe zu binden. "Jetzt ist keine Zeit für Träumereien, jetzt gilt es, gutes Handwerk zu machen und die Aktienbewertung zu verbessern", betonte Ackermann.

Erst nach Abschluss dieser Phase und der Herausbildung einer einheitlichen Unternehmenskultur könne die Deutsche Bank wieder an Expansion und Übernahmen denken. "Mit der Fortsetzung des alten Kurses wären wir weiter gewachsen, aber zu einem potenziellen Übernahmekandidaten geworden", bilanzierte Ackermann bei seinem ersten öffentlichen Medienauftritt als Vorstandschef.

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