Ackermanns Material ließ im Einzelrennen zu wünschen übrig
Kombinierer wollen erneut angreifen

Der Frust über "Blech" für Ronny Ackermann in der ersten Entscheidung der Kombinierer saß bei Hermann Weinbuch auch Stunden nach dem Zieleinlauf noch tief. "Wir haben eine Schlacht verloren, aber man muss auch mal Lehrgeld zahlen."

dpa SALT LAKE CITY. "Ich dachte, Ronny wäre heute dran. Er hätte mehr verdient gehabt, denn er hat hart und konsequent dafür gearbeitet", trauerte der Bundestrainer der verpassten Medaille nach und sprach dann deutliche Worte: "Das Material hat vielleicht auch nicht optimal hingehauen. Es kann sein, dass er den etwas schlechteren Ski hatte. Das müssen wir überprüfen."

Doch weder Weinbuch noch Ackermann wollten die Schuld allein auf die Ski schieben. Denn nicht nur das Material, auch der Mensch Ackermann "funktionierte" in der Loipe nicht so perfekt wie gewohnt. "Die anderen waren heute besser. Das muss und kann ich akzeptieren", stellte der 24-jährige Oberhofer bereits wenige Minuten nach dem Zieleinlauf fest. "Als Felix Gottwald am letzten Berg an mir vorbei rauschte, konnte ich nicht gegenhalten. An dem Anstieg hatte ich von der ersten Runde an meine Probleme", gab der Rotschopf aus der thüringischen Rhön nach seinem vierten Platz freimütig zu.

Seinen Kontrahenten waren Ackermanns Schwächen früh aufgefallen. "Der Ronny hatte nicht seinen besten Tag und nicht das schnellste Material", bemerkte Silbermedaillen-Gewinner Jaakko Tallus (Finnland). Der Österreicher Felix Gottwald zog sogar Motivation daraus, dass er auf deutlich schnelleren Ski als der Deutsche unterwegs war. Dies habe ihn bei der Verfolgung und dem Sturmlauf vom elften auf den dritten Platz unheimlich angespornt. "Man muss klar sagen, dass Ronnys Rossignol-Ski bei den heutigen Bedingungen denen von Fischer klar unterlegen waren", redete Weinbuch Klartext.

Deutliche Worte fand der Bundestrainer auch für die Leistung von Ackermann: "Das war nicht der lockere Ronny, wie ich ihn in diesem Winter häufig gesehen habe." Der hakte die vergebene Chance schnell ab. "Nachkarten hilft da wenig. Das Rennen ist vorbei und nicht mehr zu ändern", sagte der Bundeswehr-Sportsoldat und vermied jeden Vorwurf an die Techniker bereits im Ansatz.

Darauf legte auch Weinbuch größten Wert. "Es lag nicht an der Arbeit der Techniker. Heute war einfach Fischer-Tag", meinte der Coach. Unmittelbar nach der Entscheidung beorderte er den Oberhofer Marcel Höhlig und Jens Gaiser (Mitteltal-Obertal) zu einem Lauf-Test, um mehr Klarheit über die Besetzung beim Mannschafts-Wettkampf am Donnerstag und Freitag zu bekommen. Die Besetzung will er aber erst nach dem Sprung-Training festlegen. "Gesetzt sind nur Ronny und Junioren-Weltmeister Björn Kircheisen, dem mit dem fünften Rang ein fantastischer Olympia-Einstieg gelang. Ich bin davon überzeugt, dass wir mit dem Team und im Sprint um die Medaillen kämpfen können", blickte der Kombi-Chef den beiden restlichen Prüfungen entgegen.

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