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Ad pepper will 2002 Gewinnschwelle erreichen

Der Onlinewerbe ad-Vermarkter pepper media AG hält trotz seiner Verluste im Geschäftsjahr 2000 und einem anhaltend schlechten Geschäft im ersten Quartal 2001 an seinem Ziel fest, 2002 europaweit die Gewinnschwelle zu erreichen.

Reuters FRANKFURT. "Wir sehen das erste Quartal nicht rosig, der Negativtrend aus dem vierten Quartal setzt sich fort. Wir rechnen aber mit einem starken Marktwachstum im zweiten Halbjahr", sagte Vorstandschef Ulrich Schmidt am Donnerstag in Frankfurt. Ad Pepper werde 2001 schneller wachsen als der Markt, der nach Expertenschätzung mit zehn bis 30 % in Europa zulegen werde. Zudem wolle ad pepper die Kosten deutlich reduzieren. Die Aktie notierte am Mittag auf ihrem Schlusskurs von 2,35 Euro. Ihren Höchststand hatte sie im Oktober bei 19 Euro markiert.

Ad pepper steigerte nach den endgültig vorliegenden Zahlen im Geschäftsjahr 2000 ihren Umsatz um 337 % auf 15,3 Mill. Euro. Der Verlust vor Steuern und Zinsen (Ebit) weitete sich den Angaben zufolge auf 10,5 Mill. Euro nach 2,5 Mill. Euro aus. "Nach einer rasanten Wachstumskurve im ersten Halbjahr ist das Geschäft im vierten Quartal jäh eingebrochen", sagte Schmidt. Marketingbudgets der Kunden seien versiegt, in den "Durchlauferhitzer" ad pepper sei kein Geld mehr geflossen. "Unsere Maschine lief nicht mehr auf vollen Touren." Als erstes Unternehmen der Branche habe ad pepper daraufhin eine Gewinnwarnung herausgegeben. Die Probleme seien zum Börsengang im Oktober noch nicht absehbar gewesen, sagte Schmidt: "1999 haben wir 60 % unseres Umsatzes im November und Dezember gemacht." Die Investitionsentscheidung zum Aufbau einer US-Niederlassung sei bereits im Juni gefallen.

Ad Pepper will Vertriebsstruktur verschlanken

Neben Umsatzeinbußen hätten sich auch die Marketing- und Vertriebsausgaben, die mit 13 Mill. Euro fast dem Umsatz entsprachen, negativ auf das Ergebnis ausgewirkt. Die Anlaufkosten für den Aufbau neun neuer Büros seien hoch gewesen, sagte Finanzvorstand Hermann Claus. Die Personalkosten schlügen mit einem Anteil von 60 % zu Buche und nur rund 2,5 Mill. Euro seien dem Marketing zuzurechnen. Der Börsengang im Oktober 2000 habe nochmals rund sechs Mill. Euro verschlungen. Ad Pepper werde im laufenden Jahr seine Vertriebsstruktur verschlanken und keine weiteren Mitarbeiter mehr einstellen, wie es ursprünglich geplant gewesen sei. Von Märkten, die die kritische Masse in den nächsten Monaten nicht erreichen, werden wir uns verabschieden", sagte Schmidt. Derzeit beschäftigt der Konzern 160 Mitarbeiter.

Dennoch sei das Unternehmen mit dem Jahr 2000 nicht unzufrieden, sagte Schmidt. Die Zahl der Page Impressions (vermarktete Werbekontakte) habe sich auf monatlich 850 Mill. von 331 Mill. erhöht. Die Ebit-Marge habe sich trotz eines unter Plan bleibenden Umsatzes auf minus 68,8 % von minus 71,8 % verbessert. Die "Kriegskasse" sei mit 44,5 Mill. Euro ganz gut gefüllt, sagte Schmidt. Das heiße aber nicht, dass ad pepper jetzt auf Einkaufstour gehe. "Wir werden nicht leichtfertig mit unseren finanziellen Mitteln umgehen", sagte Schmidt. Ad Pepper halte sich jedoch strategische Optionen offen.

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