ADAC ist gegen eine Mauterhebung in deutschen Städten
Bürgermeister bittet „Schnorrer“ zur Kasse

Am ersten Tag der Londoner Staugebühr haben etwa 10 000 Autofahrer nicht gezahlt und sich damit einen Strafzettel eingehandelt. Sie müssen umgerechnet 130 Euro Buße zahlen. Der Londoner Bürgermeister Ken Livingstone sagte am Dienstag, er werde dafür sorgen, dass diese "Schnorrer" alle zur Kasse gebeten würden. Insgesamt sei die Einführung der City-Maut überraschend erfolgreich verlaufen, sagte Livingstone.

HB/dpa LONDON. Das Verkehrsaufkommen war am Montag um ein Viertel auf etwa 190 000 Autos zurückgegangen. Die durchschnittliche Geschwindigkeit auf den Straßen verdoppelte sich auf 32 Kilometer pro Stunde. Livingstone sagte jedoch, dies werde wohl nicht so bleiben, unter anderem weil der Verkehr auch wegen der Schulferien geringer gewesen sei. Der Großteil der britischen Presse sprach sich auch am Dienstag weiter gegen die Staugebühr aus. Der Tenor lautete, London wolle seine Verkehrsprobleme durch eine zusätzliche Besteuerung lösen.

Der ADAC sprach sich gegen eine Mauterhebung in deutschen Städten aus. "Eine Städtemaut reduziert den Verkehr nicht, sie verlagert ihn lediglich in die Randbezirke", sagte ADAC-Präsident Peter Meyer in München. Der Städtetags erklärte: "Eine City-Maut würde bei uns lediglich dazu führen, dass der Verkehr nach dem Sankt-Florians- Prinzip in andere Städte umgeleitet wird oder im Umland Staus entstehen." Dies wird von der Stadt London allerdings bestritten: In den Randbezirken war der Verkehr demnach nicht stärker als vor Einführung der Gebühr.

"London kann man nicht mit Berlin, Hamburg oder Köln vergleichen. Das sind ganz andere Größenordnungen", erklärte auch ein Sprecher des Städte- und Gemeindebunds auf Anfrage in Düsseldorf. Die Millioneninvestitionen in die technischen Anlagen zur Erfassung der Verkehrsteilnehmer würden sich für die Kommunen nicht rechnen. Zudem gebe es im Großstadtverkehr dutzende Schleichwege, die nicht alle elektronisch überwacht werden könnten. Für Lkw allerdings wird noch in diesem Jahr eine Autobahn-Maut in Kraft treten.

In der Innenstadt von London müssen Autofahrer seit Montag jeden Werktag von 7.00 bis 18.30 Uhr eine "Verstopfungsabgabe" in Höhe von umgerechnet knapp acht Euro entrichten. 688 Kameras registrieren die Nummernschilder aller Wagen, und wenn bis zum nächsten Tag nicht gezahlt worden ist, wird ein Bußgeld fällig.

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