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Adidas bezeichnet Bericht über Bußgeld als veraltet

Die adidas AG-Salomon hat einen Bericht der "Financial Times Deutschland" über eine in Frankreich verhängte Strafe von umgerechnet fünf Mill. DM gegen den Herzogenauracher Sportartikelhersteller als veraltet bezeichnet.

Reuters HERZOGENAURACH. Das Urteil eines Berufungsgerichtes in Paris wegen wettbewerbswidrigen Verhaltens sei bereits 1996 ergangen, wie interne Recherchen ergeben hätten, sagte Adidas - Sprecher Jan Runau am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters. Adidas habe die Strafe auch bereits damals bezahlt. Die Konkurrenten Nike und Umbro hatten gegen den Versuch von Adidas geklagt, alle Klubs der ersten französischen Fußball-Liga durch einen Vertrag mit den Liga-Verband LNF (Ligue Nationale de Football) exklusiv mit Trikots auszurüsten.



Adidas - Intraday-Chart

Die Aktie von Adidas-Salomon wurde am Dienstag nach Angaben von Händlern von der vorgeblich neuen Nachricht belastet. Die Papiere verloren im Vormittagshandel 2,1 % auf 64,59 Euro und hatten nachmittags mit 64,98 Euro noch immer einen Rückstand von 1,5 %.

Runau hatte am Dienstagmorgen den Fall zunächst bestätigt. Die Vertragsanbahnung mit dem Verband sei der einzige derartige Versuch des Unternehmens gewesen. "Das Verfahren ist für uns längst abgeschlossen", sagte er später. Anfang der neunziger Jahre, als Adidas den Vorstoß unternommen hatte, lieferten sich alle großen Sportartikelkonzerne einen kostspieligen Wettstreit um flächendeckende Ausrüsterverträge.

Kürzlich hat, nach den anderen Herstellern, jedoch auch der designierte Adidas-Chef Herbert Hainer die Strategie geändert. Der Konzern konzentriert sich nur noch auf wenige Spitzenclubs, womit auch der Anteil der Marketingausgaben gesenkt werden soll. Bis vor einem Jahr hatte Adidas noch 14 der 20 Erstligaclubs in Frankreich mit Sportkleidung ausgestattet, wovon mit Girondins Bordeaux, Olympique Marseille, Olympique Lyon nur drei geblieben sind.

Profitiert hatte Adidas aber vor allem von der Ausstattung der französischen Nationalmannschaft. Die "Equipe Tricolore" war 1998 Welt- und im vergangenen Jahr Europameister geworden und stellte 2000 mit Zinedine Zidane den "Weltfußballer des Jahres". Der Sprecher sagte, vor allem darauf sei zurückzuführen, dass Adidas die Spitzenposition nach Marktanteilen in Frankreich 1999 von Weltmarktführer Nike zurück erobert habe.

Die Verträge mit den Vereinen beziehen sich im Gegensatz zu Deutschland aber nur auf Trikots, die Verträge für Fußballschuhe werden im Ausland mit den einzelnen Spielern geschlossen. In Deutschland, wo Adidas in der Vergangenheit zwei Drittel der Fußball-Bundesliga ausgerüstet hatte, beschränkt man sich auf Rekordmeister Bayern München, Bayer Leverkusen, Schalke 04, den VfB Stuttgart und die SpVgg Unterhaching.

In den USA sind Komplettverträge der Hersteller mit den Verbänden im American Football (NFL), im Baseball (MLB) und im Basketball (NBA) üblich. Dort partizipiert Adidas-Salomon an einem Vertrag mit der NFL und rüstet vier Teams der Liga aus. Vom kommenden Jahr an wird Reebok jedoch alleiniger Ausrüster der NFL. Davon ist auch Puma betroffen. Der kleinere Herzogenauracher Sportartikelhersteller rüstet bislang 13 Teams aus.

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