Adidas und Puma an der Spitze
Dax weitet nach guten US-Vorgaben Gewinne aus

Kräftige Kursgewinne bei Technologie- und Versicherungswerten sowie gute Vorgaben aus den USA haben nach den teilweise kräftigen Verlusten der vergangenen Tage für einen freundlichen Wochenausklang am deutschen Aktienmarkt gesorgt.

Reuters FRANKFURT. Die überraschend angekündigte Bilanz-Berichtigung des US-Bürogeräteherstellers Xerox, die die Stimmung zunächst noch belastet hatte, sei im Tagesverlauf immer stärker in den Hintergrund getreten, sagten Händler. Auch die Intervention mehrerer Notenbanken am Devisenmarkt zur Schwächung des Yen haben sich kaum auf die Aktien ausgewirkt.

Die Titel von Adidas und Puma stiegen in der Spitze jeweils um mehr als fünf Prozent, nachdem zuvor der US-Sportartikelhersteller Nike unerwartet gute Geschäftszahlen vorgelegt hatte.

Der Deutsche Aktienindex (Dax) schloss am Freitag 2,9 Prozent fester bei 4382,56 Zählern. In der abgelaufenen Woche hat das Börsenbarometer damit ein gutes halbes Prozent an Wert verloren. Am Mittwoch hatte das Börsenbarometer allerdings im Zuge des Eingeständnisses von Fehlbuchungen in Milliardenhöhe durch den US-Telekomkonzern WorldCom zeitweise gut sechs Prozent nachgegeben.

Der Auswahlindex des Neuen Marktes Nemax50 gewann derweil am Freitag ein Prozent auf 602,69 Punkte, während der Nebenwerte-Index MDax 2,5 Prozent im Plus bei 3942,60 Stellen lag. Der Dow Jones EuroStoxx50 der größten europäischen Aktien zog um 3,8 Prozent auf 3060,91 Zähler an.

An der Wall Street tendierte der Dow Jones bei Börsenschluss in Deutschland 0,7 Prozent fester bei 9338 Stellen, während der technologielastige Nasdaq-Index um 1,3 Prozent auf 1477 Punkte zulegte.

Marktteilnehmer bezeichneten den Einfluss der Devisenintervention der US-Notenbank, der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Bank von Japan als eher gering. Die Anleger schauten viel mehr auf die US-Konjunkturdaten.

Die Notenbanken hatten im Auftrag der japanischen Notenbank Yen gegen Dollar und Euro verkauft, um einen weiteren Anstieg der japanischen Währung zu stoppen. Der Kurs des Dollars zog daraufhin kurzzeitig um 1,5 Yen an. Der Euro fiel unter die Marke von 0,99 Dollar.

Bereits vor der Intervention der Notenbanken war aus US-Finanzkreisen bekannt geworden, dass der Index des US-Verbrauchervertrauens der Universität Michigan im Juni zwar auf 92,4 Punkte von 96,6 Zählern im Vormonat gesunken sei, jedoch nicht so stark wie mit 90,8 Stellen ursprünglich geschätzt.

Die Aktien von Adidas schlossen 1,6 Prozent im Plus bei 83,20 Euro. Die Titel von Puma markierten bei 75,49 Euro zeitweise sogar ein 52-Wochen-Hoch und beendeten den Handel 3,7 Prozent fester bei 73,34 Euro.

Neben Nike, die am Vorabend einen Quartalsgewinn über den Erwartungen und einen kräftigen Anstieg beim Auftragseingang bekannt gegeben hatte, profitierten die deutschen Sportartikel-Hersteller weiter von der laufenden Fußball-Weltmeisterschaft, sagte Händler.

Dies gelte vor allem für Adidas als Sponsor der deutschen National-Elf. "Aus Imagegründen ist das eine gute Investition", sagte Analystin Barbara Ambrus von der LB Baden-Württemberg. "Ich sehe in den nächsten Jahren in Asien ein zweistelliges Wachstum."

Auch Versicherer verbuchten kräftige Kursgewinne. Der Branchenindex für diesen Sektor im Dax stieg um 5,9 Prozent. Der Subindex der Technologietitel legte derweil um drei Prozent zu. Die Werte dieser beiden Branchen hatten zu Wochenbeginn besonders stark verloren. Die Aktien des Börsenschwergewichtes Deutsche Telekom legten um 6,2 Prozent auf 9,50 Euro zu.

Am Neuen Markt brachen die Aktien von Dialog Semiconductor nach einem schwachen Ausblick des Unternehmens für das auslaufende Quartal um knapp elf Prozent auf 1,67 Euro ein. Die Papiere von Thiel Logistik setzten ihre rasante Talfahrt der vergangenen Wochen fort und verloren nach mehreren Herabstufungen 19 Prozent auf 3,20 Euro.

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